
Die
Tatsache, dass Marise und ich bei dem saarländischen Busreiseunternehmen
Lambert – Sunshine Reisen eine Fahrt an die italienische Blumenriviera
(Ligurien) buchten, war auf ein Geburtstagsgeschenk meiner Frau an mich zurückzuführen.
Ich freute mich sehr, als ich den entsprechenden Geschenkgutschein von Marise
bekam (vier Tage Blumenriviera), aber schon bald wurde die Freude getrübt,
als die Fahrt wegen zu geringer Beteiligung abgesagt wurde. Wir buchten
daraufhin eine andere Fahrt beim gleichen Busunternehmer, die 5 Tage dauern
sollte, aber auch die wurde aus gleichem Grunde abgesagt und auch der dritte
Versuch scheiterte. Beim vierten Versuch hatte die Firma Lambert ein Einsehen
und reservierte für uns zum gleichen Preis eine siebentägige Fahrt.
Wir konnten es nicht glauben, dass die Fahrt nicht ein viertes Mal abgesagt wurde und waren uns dessen erst so richtig sicher, als wir am 5. September 2005 in unseren Bus einstiegen, der uns vor dem Dillinger Bahnhof erwartete. Nachdem wir weitere Fahrgäste in Saarlouis und Saarbrücken aufgenommen hatten und die Gruppe insgesamt 26 Teilnehmer betrug, begann die Fahrt in den Süden.
Zunächst
ging es über den Grenzübergang Kleinblittersdorf/Grosbliederstroff nach
Frankreich und von da aus über eine Schnellstrasse zur französischen
Autobahn bis Strasbourg, der Hauptstadt des Elsasses. Kurz vor Strasbourg (Saverne)
übernahm Jörg als Busfahrer das Steuer und sollte während der nächsten
Tage unser Fahrer bleiben. Wir überquerten den Rhein und fuhren auf deutschem
Boden die Autobahn über Freiburg nach Weil am Rhein. Dort passierten wir die
deutsch-schweizerische Grenze bei Basel. Unsere erste Rast machten wir an der
Autobahnraststätte Pratteln im Kanton Basel-Land, die zweite (nach einer
malerischen Fahrt entlang des Vierwaldstätter Sees) an der St. Gotthard
Raststätte bei Andermatt. Bei
der anschließenden Fahrt durch den 17 km langen Tunnel, der den deutschsprachigen Teil der Schweiz mit dem
italienischsprachigen Teil verbindet,
zeigte man uns einen lustigen Videofilm, um von möglichen Angstgefühlen
abzulenken. Im schweizerischen Kanton Ticino (Tessin) passierten wir die
Kantonshauptstadt Bellinzona und Lugano. Bei Chiasso kamen wir an die Grenze
nach Italien und fuhren kurze Zeit später an Como am gleichnamigen See
vorbei, über Mailand und Alessandria nach Genua, der Hauptstadt von Ligurien.
Von da aus ging es über die parallel zum Mittelmeer verlaufenden Autostrada
dei Fiori (Blumenautobahn) durch unzählige Tunnels und Brücken, vorbei an
Spotorno und Savona nach Finale Ligure Dort verließen wir die Autobahn,
fuhren direkt an die Küste und kamen so in das Dorf Borgio Verezzi, das
zwischen Finale Ligure und Pietra Ligure liegt.
Dort
befindet sich auch das kleine, aber sehr
gemütliche „Hotel Ideal“, das von Peppino geleitet wird. Peppinos
Eltern wohnten lange Zeit in Völklingen, hier im Saarland, so dass es
keinerlei Sprachbarrieren gab, wie man sich denken kann. Unser Zimmer Nr.. 4
im ersten Stock war ein kleiner, aber gemütlicher Raum. Störend war
eigentlich nur, dass die Eisenbahnlinie Genua-Ventimiglia direkt am Hotel
vorbeiführt. Überquerte man die Bahnlinie und die dahinterliegende Straße,
war man direkt am breiten Strand von Borgio Verezzi.
Unseren erste Fahrt von Borgio Verezzi aus führt uns am Dienstag, 6. September 2005 nach Genua, der Hauptstadt Liguriens. Bei dieser Fahrt war Françoise, eine sehr lebensfrohe und liebenswerte Italienerin aus Finale Ligure unsere Begleiterin, die uns auf ihre fröhliche und lustige Art nicht nur die besuchten Sehenswürdigkeiten vertraut werden ließ sondern auch sehr zur gemeinschaftlichen Fröhlichkeit innerhalb der Reisegruppe beitrug.
Genua
ist die größte Hafenstadt Italiens und zweitwichtigste Hafenstadt am
Mittelmeer (nach Marseille in Frankreich)
und hat ca. 800.000 Einwohner. Die
Stadt besitzt eine der größten Altstädte in Europa, vielleicht sogar die größte.
Einen kontrastreichen Gegensatz zur Altstadt bilden Patrizierhäuser und
prunkvolle Paläste an der Via Garibaldi,
allen voran der Palazzo Ducale aus dem 13. Jahrhundert. Wehrhafte Befestigungsanlagen zeugen von der wechselvollen Geschichte der früheren
Seerepublik. Wahrzeichen der Stadt ist die Lanterna. Dieser 117 m hohe
Leuchtturm steht im Westen des Hafens und ist seit Jahrhunderten
Orientierungspunkt für Seefahrer. Aus Genua stammen viele bedeutende Persönlichkeiten:
so der Seefahrer Columbus, der italienische Freiheitsheld Garibaldi und der
Komponist Niccoló Paganini. Es gibt viele malerische Gassen, alte Paläste
und Kirchen, und so ist es kein
Wunder, dass Genua auch schon Kulturhauptstadt Europas (im Jahr 2004) war. Wir
hatten reichlich Zeit, durch die Altstadt zu streifen und viele interessante
Winkel Genuas kennen zu lernen. Anschließend
trafen wir uns im Hafen um dann gemeinsam das Aquarium von Genua zu besuchen,
das größte überdachte Aquarium
Europas.
Auf ca. 10.000 m² Ausstellungsfläche sieht der Besucher ca. 600 verschiedene Tierarten der Unterseewelt in ihren Lebensräumen. Die liebenswerten Seehunde, die intelligenten Delfine, die tollpatschigen Pinguine und die mysteriösen Haifischen begleiten ihn während seines Rundgangs – eine aufregende Reise durch die Ozeane – vom Ursprung des Lebens, bis hin zum aktuellen Thema der Erhaltung der Ökosysteme.
Der dreidimensionale Film „Krakken“ lässt den Besucher gleich zu Anfang verblüffend realitätsnah erahnen, wie die Welt früher ausgesehen hat. Die blutrünstigen Dinosaurier scheinen dabei in dem Kinosaal zu schweben und den Betrachter angreifen zu wollen.
Auch die Begegnung mit den neugierigen Rochen, die sich weit aus dem Wasser recken, um zu sehen, was um sie herum vorgeht, ist ein besonderes Erlebnis. Der Besuch ist faszinierend und man kommt nur schwer zum Entschluss, zum Ausgang zu gehen und das Aquarium zu verlassen.
Wir mussten das am Ende natürlich trotzdem tun und fuhren anschließend von Genua wieder zu unserem Hotel nach Borgio Verezzi zurück.
Für den folgenden Tag (Mittwoch, 7. September 2005) war eine Fahrt nach Nizza (Frankreich) und Monaco vorgesehen. Man wollte ursprünglich schon am Morgen dorthin, hatte dann aber umdisponiert, um erst nach dem Mittagessen abzufahren. So sollten wir die Möglichkeit haben, Monaco bei Nacht zu sehen, was man uns als unvergessliches Erlebnis angepriesen hatte.
In
Pietra Ligure kamen wir auf die wieder auf die Autostrada del Fiori
(Blumenautobahn), fuhren dann aber in westlicher Richtung. Vorbei an Alassio,
Diano Marina, Imperia und San Remo kamen wir in der Nähe von Ventimiglia an
die Grenze zu Frankreich (Département Alpes-Maritimes). Die Riviera wurde von
der Côte d’Azur abgelöst. Menton war die erste französische Stadt, die
wir passierten, danach konnten wir hoch von der Straße Corniche das Fürstentum
Monaco sehen und kamen schließlich nach Eze. In der Nähe des Altstadtfelsens
von Eze befindet sich eine Dependenz der Parfümerie Fragonard aus Grasse, wo
man uns ein wenig die Herstellung von Parfüm erklärte und unsere Nasen mit
den verschiedensten verführerischen Duftnoten der Produkte betörte.
Weiter ging es vorbei am Cap
Ferrat und Villefranche nach Nizza. Die Stadt Nizza hat heute ca. 211.000
Einwohner und zählt zu den größten Städten Frankreichs Ein elegantes
Publikum sonnt sich auf der „Boulevard des Anglais“, die sich in
westlicher Richtung ca. 4 km hinzieht. Der Höhepunkt des gesellschaftlichen
Lebens wird in der Karnevalszeit erreicht. Blumenschlachten auf der Promenade,
herrliche Illuminationen und Maskenbälle, wie man sie sich schöner und
eleganter nicht vorstellen kann, wechseln in bunter Reihenfolge ab. Der
Place Masséna ist der Mittelpunkt der Stadt mit Häusern im
genuesischen Baustil, danach
folgen Gartenanlagen des „Jardin Albert I“.
Prachtvolle Häuser und Hotels sieht man überall.
In
Nizza hatten wir ca. zwei Stunden Zeit, durch die Strassen zu bummeln
und auch über den Blumenmarkt zu schlendern, der das ganze Jahr
hindurch abgehalten wird und mit seiner bezaubernden Blütenpracht zu den schönsten
Märkten an der Küste zählt. Würdevoller Ausklang unseres Besuchs war natürlich
der Boulevard des Anglais. Leider war die Zeit in Nizza viel zu kurz bemessen,
da wir ja auch noch nach Monaco wollten. Aber einen kleinen Eindruck vom
eleganten Flair dieser Stadt konnten wir doch mitnehmen.
Höhepunkt unserer Fahrt war zweifellos das Fürstentum Monaco. Und auf einen Besuch in diesem Kleinstaat hatte ich mich ganz besonders gefreut, war es doch ein neues Land für mich.
Das
Fürstentum Monaco ist ein selbständiger Staat, der ringsherum von dem Département
Alpes-Maritimes (Frankreich) umgeben ist, eine Fläche von ungefähr 1,95
Quadratkilometer bedeckt (damit das zweitkleinste Land Europas) und ca. 32.000
Einwohner hat. Hauptstadt ist Monaco Ville, die anderen Städte sind Monte
Carlo, Fontvieille, La Condamine, Moneghetti und Larvotto.
Wenn man von Cap-d’Ail in Frankreich nach Monaco kommt, zeigt nur ein Grenzstein, ohne Zöllner und ohne Passkontrolle an, dass man sich im Fürstentum Monaco befindet. Wir passierten als erstes das Sportstadion und – auf der gegenüberliegenden Seite die fast senkrecht abfallenden und in ihrer Art fast einmaligen exotischen Gärten. Schon kurze Zeit später waren wir am Felsen, auf dem sich Monaco-Ville, die Hauptstadt Monacos befindet. Der Bus hielt in einer Tiefgarage im Inneren des Felsens, und über Rolltreppen und Lift erreichten wir Monaco Ville. Als erstens sahen wir das ozeanographische Museum. Nachdem wir die Villen der Prinzessinnen Stephanie und Caroline passiert hatten, kamen wir zur Kathedrale, die in romanisch-byzantinischem Stil erbaut ist und in der sich die Sarkophage des Fürsten von Monaco befinden. In dieser Kathedrale fand am 19. April 1956 die Trauung des Fürsten Rainier III mit der amerikanischen Filmschauspielerin Grace Kelly (Gracia Patricia) statt. Dort befinden sich auch die Gräber von beiden.
Eine schmale Straße führte uns schließlich zum Schlossplatz mit dem Schloss. Die Schlosswache in ihren bunten Uniformen löst sich stündlich ab – ein willkommener Augenschmaus für die Fotografen!
Unsere Reiseführerin Françoise hatte uns Eintrittskarten für den Palast der Grimaldis besorgt, so konnten wir einen Teil des Palastes besichtigen. Dabei wurden wir über Kopfhörer vom regierenden Fürsten Albert in Deutsch (!!!) begrüßt. Übrigens war Albert selbst auch im Palast, wie die Fahne des Fürsten auf dem Turm bewies, allerdings nicht in dem Bereich, den wir sahen.
Ein Rundgang entlang des Felsens offenbarte uns nicht nur einen bemerkenswerten Ausblick auf die Schlossanlage sondern auch einen einmaligen Blick hinunter auf den Hafen und die Stadt Monte Carlo. Monte Carlo ist einmalig schön, Kriegsschiffe, Jachten und Segelboote beleben das blaue Meer. Im Dunkeln ist die Ausstrahlung wieder ganz anders, sehr faszinierend, so dass man lange dastehen und schauen kann.
Nach
einem kleinen Bummel durch die zwischenzeitlich beleuchtete Altstadt von
Monaco Ville kamen wir schließlich zum Restaurant „Chez Freddy“, wo wir
ein kleines Abendessen (Salade Nicoise) einnahmen. War
allerdings nicht der Rede wert, außer, was den Preis betraf…
Als wir nach dem Abendessen wieder zur Tiefgarage gingen, fuhr uns der Bus nach Monte Carlo.
Bisher hatte ich schon viel von dem Reichtum von Monaco und seiner Prominenz gehört, aber das Ganze selbst einmal mitzuerleben, ist etwas völlig anderes. So konnten wir im Jachthafen die „Lady Moura“ sehen, ein absolutes Luxusschiff mit eigenem Hubschrauber an Deck. Im Internet konnte ich nachlesen, dass die Lady Moura die größte Privatjacht der Welt ist und einem Saudi Araber gehört.
Als wir nach kurzer Fahrt durch das nächtliche Monte Carlo ausstiegen und hinauf zum Spielkasino fuhren, traute ich meinen Augen nicht, was davor an Luxus- und Designerautos stand. Als erstes fiel mir ein Traumwagen mit dem Namen „Pagani“ auf. Ehrlich gesagt, hatte ich davon noch nie gehört. Das Internet gab darüber auch Auskunft: so ein Auto kostet um die 414.000 Euro. Daneben standen ein gelber und ein roter Ferrari, ein riesiger BMW, der keine weitere Bezeichnung trug (wahrscheinlich eine Sonderanfertigung), ein Rolls Royce und viele andere Nobelkarossen.
Das Kasino von Monte Carlo wurde 1878 von dem Architekten Garnier, dem Erbauer der Pariser Oper eröffnet. Wir bekamen die Möglichkeit, ins Kasino zu gehen und natürlich auch zu spielen. Allerdings wagte ich mich nicht an die hohen Einsätze beim Roulette im altehrwürdigen Saal sondern versuchte mein Glück mit etwas Kleingeld (3 Euro) am einarmigen Banditen. Natürlich gewann ich ein bisschen und natürlich verlor ich den Einsatz auch wieder…
Vor dem Kasino befindet sich eine prächtige und nachts illuminierte Springbrunnenanlage, von der aus man einen märchenhaften Blick auf das Kasino hat. - Gegen 23.00h fuhren wir wieder zurück und erreichten Borgio Verezzi nach Mitternacht.
Der nächste Tag (8. September) war ohne geplantes Programm. Am Vormittag spazierten Marise und ich ins ca. 4 km entfernt gelegene Finale Ligure mit malerischer Altstadt, sehr sehenswerter Basilika und vor allen Dingen dem bekannten Wochenmarkt. Am Nachmittag besichtigten wir die Tropfsteinhöhle Valdemino bei Borgio Verezzi. Diese über 5km große Höhle wurde erst 1933 von drei Jungen aus dem Ort entdeckt und am 29. Juni 1970 für das Publikum geöffnet. Auch der in der Nähe der Höhle gelegene Ortsteil Verezzi, eine alte Sarazenen Siedlung ist einen Besuch wert.
Am Freitag, 9. September 2005
stand ein weiterer Höhepunkt bevor: Portofino, ein kleines, natürlich
angelegtes und viel besungenes Hafenstädtchen südöstlich von Genua. Die
Fahrt wäre beinahe ins Wasser gefallen, denn es regnete in Strömen, als wir
am Morgen in Richtung Santa Margherita Ligure aufbrachen. Wir wollten mit dem
Schiff von Santa Margherita Ligure nach Portofino, doch dies fuhr aufgrund des
schlechten Wetters nicht. In wolkenbruchartigem Regen warteten wir an der
Bushaltestelle von Santa Margherita Ligur auf einen kleinen Linienbus, der
dann auch kam und uns eine kurvenreiche Straße bis nach Portofino brachte.
Als wir ausstiegen, hörte der Regen auf und die Sonne kam zum Vorschein. So
konnten wir Portofino doch noch genießen und auch zur Kirche San Giorgio. Von
dort oben bot sich ein malerischer Blick auf das Städtchen und seinen kleinen
Bootshafen.
Von Portofino ging es wieder zurück nach Santa Margherita Ligure. Dort hatten wir noch fast zwei Stunden Zeit zum Bummeln.
Unsere letzte Exkursion war am
Samstag, 10. September. Ziel war San Remo. Wieder befuhren wie die Autostrada
del Fiori in Richtung französische Grenze und erreichten nach gut einer
Stunde Fahrzeit die Stadt San Remo. San Remo ist eines der bekanntesten
Touristenzentren an der Blumenriviera, aber auch berühmt für sein jährlich
stattfindendes Liederfestival „Festival della Canzone Italiana“. Das berühmteste
Bauwerk der Stadt und Sinnbild für das mondäne Leben ist das Spielkasino.
1905 gebaut ist es ein unumstrittenes Reich der grünen Tische, der
Roulette-Spiele und der modernen Slot-Machines. Das künstlerisch-kulturelle
Leben San Remos prägt die Konzert- und Theatersaison. Ein Symphonieorchester
hat seinen festen Wohnsitz in San Remos.
Auch in San Remo hatten wir ein bisschen Zeit, uns die Innenstadt anzusehen. Neben dem bereits erwähnten Spielkasino hat uns besonders die russisch-orthodoxe Kirche „Cristo Redentore e Santa Caterina“ gefallen, in deren Innern wir bei leise gespielter geistiger Musik ein wenig meditieren konnten.
Der letzte Höhepunkt sollte
der Besuch von Dolceacqua im ligurischen Hinterland werden. Über Bordighera
und Ventimiglia kamen wir zum Nervia Tal, das wir hinauf fuhren, bis wir in
Dolceacqua ankamen.
Dolceacqua
ist ein mittelalterliches Dorf.
Der Name wird höchstwahrscheinlich
von den Überresten einer Ruine aus römischer Zeit abgeleitet, die einem
gewissen Dulcius gehörte und
sich später in Dulciáca und Dulcisaua umwandelte Der Ortskern unterhalb der
Burg dehnte sich im Laufe der Jahrhunderte immer mehr aus und bildete das
Terra-Viertel, dessen Gässchen kreisförmig den steilen Berghügel hinaufführen.
Das Wasser des Nervia Flusses wurde so geleitet, dass die Brunnen versorgt
waren und die Bauern ihre Felder
bewässern konnten. Das
Terra-Viertel konnte sich im Tal nicht weiter ausdehnen und so wurden die Häuser
in die Höhe gebaut! Sie erreichten durchschnittlich sechs Stockwerke. Heute
noch hat sich die
mittelalterliche Atmosphäre erhalten und zahlreiche Ecken
erinnern an große Begebenheiten. Man glaubt, die Zeit sei stehen geblieben.
Dolceacqua ist eins mit der Geschichte seiner Burg und der Geschichte des
Geschlechts der Doria, einer Dynastie, die unter dem Schutz der Savoyer
stand und ab 1652 die Herrschaft über die Markgrafschaft von
Dolceacqua übernahm. Die beiden Ortsteile Terra und Borgo werden durch eine
Bogenbrücke von 33 m Länge miteinander verbunden. Ihretwegen, wegen des Häusermeers
des Terra-Viertels und der alles überragenden Burgruine der Doria ist
Dolceacqua einer der malerischsten und schönsten Orte des ligurischen
Hinterlandes.
In einem Restaurant bei Dolceacqua wurden wir dann mit allen nur möglichen Leckerbissen der italienischen Küche verwöhnt. Mehr als 10 verschieden Häppchen von diesem und jenem wurde serviert – natürlich von einem guten Wein begleitet. Auch eine Biker-Hochzeit gab es (die Brautleute kamen mit einer Harley-Davidson).
Nach Rückkehr in Borgio Verezzi hatten wir noch Zeit ins benachbarte Pietra Ligure zu wandern, das ebenfalls eine schöne Altstadt mit vielen kleinen Gässchen zu bieten hat.
Unser Kurzurlaub an der ligurischen Küste war zu Ende! Am nächsten Tag verließen wir um 06.45h Borgio Verezzi. Über Genua und Mailand (Aufenthalt) ging es wieder die gleiche Strecke zurück, wobei wir dieses Mal auch einen Halt bei Bellinzona, der Hauptstadt des Tessin (Ticino) in der italienisch-sprachigen Schweiz hatten.
Mit vielen schönen Erinnerungen, von den wir wohl noch lange zehren, kamen wir gegen 20.00h wieder zuhause in Dillingen an. Arrividerci Italia!.