
Schon seit langer Zeit hatten Marise und ich
vor, eine Fahrt durch Irland zu machen. Ich kannte die „Grüne Insel“ ein
wenig von meiner letzten Reise vor über 25 Jahren, aber für meine Frau war
dieses Land noch ein „unbeschriebenes Blatt“. - So buchten wir beim saarländischen
Busunternehmen „Schirra Reisen“ eine Rundfahrt durch die Republik Irland.
Am Morgen des 9. Mai 2005 wurden wir um 5.25h am
Dillinger Bahnhof abgeholt und nach Merzig gebracht, wo bereits der moderne
Reisebus der Firma Schirra auf uns wartete. Der Bus war für 50 Personen
ausgestattet, aber nur 11 Personen nahmen an der Fahrt teil, so dass wir Platz
im Überfluss hatten.
Eva
Ersch, eine Spezialistin für Reisen nach Großbritannien und Irland begrüßte
uns und sollte für die nächsten 10 Tage unsere Reiseleiterin sein. Von Merzig
aus fuhren wir über Luxemburg nach Belgien. An der Autobahnraststätte Spy bei
Namur übernahm Armin Konrad das Steuer des Busses und war uns bis zum letzten
Tag ein sehr aufmerksamer, vorsichtiger und sicherer Pilot.
Weiter ging es über die belgische Autobahn über Charleroi, Mons und Tournai nach Lille in Frankreich und von dort aus direkt zum französischen Fährhafen Calais. Dort hatten wir nur kurz Aufenthalt, bevor wir mit einem Fährschiff der französischen Reederei Seefrance nach Dover in Südostengland fuhren. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, denn die See war sehr ruhig und so konnten wir die eine Stunde auf dem Schiff richtig genießen.
In
Dover angekommen, setzten wir unsere Busfahrt fort. Die englische Autobahn A25
war dicht befahren, und da auch noch ein Unfall in
der Nähe von Gatwick
passiert war, kamen wir nur sehr langsam vorwärts. Unser Ziel für den 9. Mai
war das Städtchen Kenilworth (bei Birmingham und Coventry gelegen).
Unser
Hotel Peacock in der Warwick Road war ein älteres doch sehr gemütliches Logis
mit Zimmern um einen Hof. Wir bekamen die Nummer 306. Das Haus wurde von Indern
geführt, und so war unser Abendessen zum Abschluss dieses Tages auch ein
bisschen orientalisch angehaucht.
Sehr viel ausruhen konnten wir uns nicht von der langen Reise nach England, denn am Morgen des nächsten Tages (10. Mai) verließen wir direkt nach dem Frühstück das Städtchen Kenilwort und setzten unsere Reise in Richtung Fährhafen Holyhead auf der walisischen Insel Anglesey fort. Im malerischen Städtchen Städtchen Llangollen machten wir unseren ersten Halt auf walisischem Gebiet und konnten die Zeit ein bisschen nutzen, uns das Treiben in dieser Kleinstadt anzuschauen. Hier machten wir auch gleich mit der walisischen Sprache unsere ersten Erfahrungen. Diese scheint unaussprechlich, da überwiegend nur Konsonanten benutzt werden. Von Llangollen aus durchfuhren wir den Snowdonia Nationalpark und passierten den höchsten Pass dieses Gebietes, den Horseshoe-Pass. Ein ganz typisches Beispiel der schwierigen walisischen Sprache bot sich bei unserer Weiterfahrt nach Holyhead, als wir den Ort mit dem längsten Namen der Welt (laut Guiness Buch der Rekorde) passierten: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Der Ortsname besteht aus 64 Buchstaben. Wen die Aussprache interessiert, schaue bitte im Internet nach unter http://llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.co.uk/say.htm
Holyhead,
der Fährhafen nach Irland befindet sich an der Westseite der walisischen Insel
Anglesey. Eine Fähre der englischen Stena Line brachte uns in 3,5 Stunden
direkt in den Hafen von Dublin. Auch hier war die Überfahrt sehr ruhig und bei
Sonnenschein. In Dublin mussten wir vom äußersten Osten bis in den Westen. Die
Fahrt durch die Stadtmitte (teilweise entlang der Liffey, die auch liebevoll
„Miss Liffey“ genannt wird, dauerte weit über eine Stunde. So kamen wir
gegen 19.00h in unserem Hotel „West County“ im ruhigen Vorortviertel
Chapelizod, direkt am Rande des größten Dubliner Parks (Phoenix Park) an. Wir
bezogen unsere Zimmer 104 und hatten noch ein bisschen Zeit bis zum ersten
Abendessen in Irland.
Endlich waren wir in Irland, unserem Reiseziel angekommen und harrten ungeduldig der Dinge, die in den nächsten Tagen auf uns zukommen sollten.
Am nächsten Morgen (11. Mai) brachte uns Armin
Konrad zunächst nach Newgrange im Norden von Dublin. Die Grabstätte von
Newgrange liegt im sagenumwobenen Tal des River Boyne, etwa 8 km östlich des
Ortes Slane und wird von vielen Kennern als eines der größten Wunder der prähistorischen
Zeit angesehen. Sie entstand um 2500 vor Christus und ist damit älter als
Stonehenge in England oder die ägyptischen Pyramiden. Der Hauptgrabhügel hat
einen Durchmesser von fast 90 Metern und
eine Höhe von 15 Meter, und bedeckt eine Fläche von 40 Ar.Ein extrem
niedriger und schmaler Gang führt nur etwa 23 Meter weit in den Grabhügel
hinein, wo sich die Hauptgrabkammer befindet, der sich im Westen, Osten und
Norden kleinere Nebenkammern anschließen. Die interessanteste Besonderheit ist
ein Lichtdurchlass über dem Eingang, der auf den ersten Blick unbedeutend
wirkt. Seine präzise Ausrichtung und Platzierung offenbaren aber die
umfangreichen Kenntnisse
dieser steinzeitlichen
Zivilisation. Er misst 90 cm auf 1 Meter und ist genau so
ausgerichtet, dass er die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne am Tag der
Wintersonnenwende ( 21.12.) einfängt. An diesem speziellen Tag des Jahres
dringen die Strahlen der Sonne durch den Lichtdurchlass und erhellen den
Grabgang und die zentrale Grabkammer. Das Schauspiel dauert nur 15 Minuten,
danach versinkt das Innere des Grabes wieder in völliger Dunkelheit.
Von Newgrange fuhren wir nach Monasterboice, eine Klosterruine im County Louth, welche von Saint Buite (oder Saint Buithe mac Bronach), gestorben 521 n.Chr. gegründet wurde. Sie wurde nach einem Brand im Jahr 1097 aufgegeben, aber der Friedhof wird immer noch benutzt. Charakteristisch sind der Rundturm und drei Sandstein-Hochkreuze aus dem 9. Jahrhundert.
Von
der Vergangenheit ging es in zwei Stunden in die Gegenwart, denn wir fuhren
wieder südwärts nach Dublin, um uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und
das pulsierende Leben der irischen Hauptstadt anzuschauen.
So
hatten wir während der zweistündigen Stadtrundfahrt ausgiebig Zeit, die für
Dublin so typischen Eingangstüren im georgianischen Stil zu bewundern, die es
in allen Variationen gibt und natürlich auch die Christ Church Cathedral, das
Trinity College , die Halfpenny Bridge über die Liffey, die St. Patrick’s
Kathedrale und das Areal der Guiness Brauerei. Danach konnten wir an der Nassau
Street aussteigen und durch die Fußgängerzone „Grafton Street“ und auch
ein wenig durch das alte Hafenviertel Temple Bar bummeln. Dort waren wir natürlich
auch im Hard Rock Café (Fleet Street).
Der
lange Tag, der uns auf einer Zeitreise von 2500 vor Christus bis in die
Gegenwart reisen ließ, hatte uns müde gemacht, so dass wir uns nach dem
Abendessen im West County Hotel auf unser Zimmer gaben und im Handumdrehen
eingeschlafen waren.
Am
Morgen des nächsten Tages (12. Mai) verließen wir Dublin in Richtung Westen.
Vorbei an Athlone kamen wir zum nächsten Höhepunkt unserer Fahrt, dem für
Irland sehr bedeutungsvollen Kloster Clonmacnoise. Dieses Kloster wurde im 6.
Jahrhundert durch St. Ciarían gegründet, einem der „Apostel“ Irlands und
Schüler des heiligen Finian von Clonard. Da sich Clonmacnoise an einer Stelle
befindet, wo sich im Frühmittelalter eine wichtige Handelsstraße mit dem
Shannon River kreuzte, wuchs das Kloster schnell und entwickelte sich im 7. und
8. Jahrhunderts zu einer der bedeutendsten Lehrstätten Irlands und Europas.
Anschließend fuhren wir zur Station der
nahegelegenen Clonmacnoise und Western Offaly Railway. Diese Eisenbahn gehört
der Gesellschaft, die das im County Offaly gelegene Blackwater Moor industriell
abbaut, um Torf für die Produktion von Elektrizität in einem nahegelegenen
Kraftwerk. zu gewinnen. Das Moor
hat eine Fläche von 8000 Hektar
und ist nur mit der Eisenbahn zugänglich, deren
Schienennetz
eine Länge von 120 km hat. Das Moor besteht zum Teil aus verwesten Pflanzen,
die über Jahrtausende hinweg viele Schichten Torf gebildet haben.
Während
der ca. 4km langen Fahrt hielt der Zug auch an einer Stelle an, wo die
Mitfahrenden versuchen konnten, Torf zu stechen. Auch konnte man hier gefundenes
Holz (5000-7500 Jahre alt) sehen und typische Pflanzen der Moorlandschaft, wie
den insektenvertilgenden Sonnentau. Es wurde auch nicht versäumt darauf
hinzuweisen, dass beim Abbau des Torfs bisher 86 mumifizierte menschliche
Leistungen gefunden wurden.
Am
späten Nachmittag setzten wir die Fahrt in Richtung Westirland fort und kamen
schließlich an unserem
nächsten Ziel an, der Stadt Galway.
Galway – auch „Tor zu Connemara“ genannt,
ist eine pulsierende Stadt von 62.000 Einwohnern mit einer Universität und
einem interessanten mittelalterlichen Stadtkern. Nach unserer Ankunft hatten wir
noch ein wenig Zeit, durch die Stadt zu schlendern und uns einige der Sehenswürdigkeiten
anzuschauen, wie Lynch’s Catle
und Lynch’s Memorial Window –
letzteres berüchtigt für die Hinrichtung des Sohnes von James Lynch (im Jahre
1493 Bürgermeister von Galway) durch seinen Vater – (woher auch der Ausdruck
„lynchen“ stammt).
Gegen
18.30h trafen wir im Days Hotel Galway ein, wo wir Zimmer 2029 bekamen.
Für den nächsten Tag war eine Fahrt entlang des
Sees Lough Corrib nach Connemara im County Mayo angesagt, einer sehr reizvollen
und auch dünnbesiedelten Landschaft, in der überwiegend noch die irische
Sprache (Gälisch) gesprochen wird. An der östlichen Seite des Lough Corrib
fuhren wir zunächst zur Ross Abbey, ein ehemaliges Franziskanerkloster , ein
paar Kilometer südlich von Ashford Castle. Da die Ruine ein wenig abseits der
Fahrtroute liegt, wird sie nur von wenigen Touristen aufgesucht, was in
Anbetracht der Bedeutung dieses Klosters im Mittelalter sehr schade ist. Weiter
ging es durch
das Städtchen Cong und entlang des nördlichen Teils des Lough
Corrib (mit malerischen Blick auf einige der insgesamt 365 Inseln des Sees – für
jeden Tag im Jahr eine...) und des Lough Mask in Richtung Westen nach Connemara
bis zur Kylemore Abbey. Mitchell Henry errichtete dieses
Kloster im Jahre 1868 zum Gedenken an seine verstorbene Frau Margaret.
Benediktinerinnen erwarben das Gebäude im neugotischen Stil
1914, nachdem sie aus ihrem Konvent in Belgien wegen des Krieges fliehen
mussten. Dort hatten sie über 300 Jahre lang ein Mädcheninternat geführt. Sie
setzten die Tradition des Internats in Kylemore fort, und die Schule floriert
bis heute.
Über Clifden ging es dann entlang der Atlantik Küste zurück nach Galway.
Am
Morgen des nächsten Tages verließen wir das Days Hotel Galway in Richtung Süden,
entlang der Galway und durch den Burren. Der Burren (gälisch für „großer
Stein“) ist eine zerklüftete Karstlandschaft im Nordwesten der Grafschaft
Clare und wird im Norden und Westen durch den Atlantik begrenzt. Er ist während
der letzten Eiszeit entstanden und erstreckt sich über 300 Quadratkilometer.
Die Region war nicht immer so unwirtlich wie heute. Über 100 Ringforts und
einige Dolmengräber sind Beweis für eine rege Besiedlung des Gebietes während
der Megalith-Zeit. Bedeutendstes Dolmengrab ist der Poulnabrone Dolmen, 8 km von
Ballyvaughan, (Zeit um 2500 v. Chr), dem wir auch einen Besuch abstatteten.
Auf unserem weiteren Weg machten wir kurze Rast
in Kilfenora, um das dortige Hochkreuz anzuschauen. Dann ging es weiter zu den
Klippen von Moher. An dieser Stelle der Westküste fallen auf einer Strecke von
gut 8 km die Klippen 120 bis 200 Meter tief ab und eröffnen einen
atemberaubenden Blick auf den Atlantik.
Nächste Station war der Bunratty Castle Folk Park, ein Freilichtmuseum, in dem man nicht nur ein gut restauriertes mittelalterliches Schloss entdecken kann, sondern auch Bauernhäuser, Geschäfte und Werkstätten aus ganz Irland aus dem 19. Jahrhundert, samt Einrichtungen. Der Apfelkuchen, den man im Restaurant zubereitete, war ein absoluter Hochgenuss.
Über
Limerick fuhren wir weiter nach Tralee, Hauptstadt der Grafschaft Kerry. Im
dortigen Hotel „Earl of Desmond“ sollten wir die zwei nächsten Tage
bleiben. Im Hotel wurde gerade eine Hochzeits- und verschiedene Kommunionsfeiern
abgehalten, so dass wir an der dafür vorgesehenen Programmveranstaltungen
teilnehmen konnten, bevor wir uns auf unser Zimmer 341 zurückzogen.
Ein
weiterer Höhepunkt erwartete uns für den nächsten Tag, 15. Mai 2005: eine
Fahrt über den Ring of Kerry. Der Ring of Kerry ist eine 170 km lange und sehr
beliebte Panoramaküstenstraße
in der Grafschaft Kerry im Südwesten
Irlands.
Sie führt um die Halbinsel Iveragh die Küste
entlang von Kenmare über Waterville
nach Killorglin,
dann landeinwärts über Killarney und wieder nach
Kenmare. Der Ring of Kerry folgt überwiegend der irischen Nationalstraße 70.
Auf der Fahrt bis Waterville hatten wir wunderschöne Ausblicke auf den
Atlantischen Ozean und die gegenüberliegende Halbinsel Dingle. Die Ringstraße
schlängelt sich in vielen Serpentinen durch die Landschaft uns ist auch
sehr schmal. So ist Bussen nur eine Fahrtrichtung erlaubt, um
Behinderungen im Straßenverkehr zu vermeiden. Hat man eine schöne Stelle mal
passiert, kann man leider nicht mehr zurückfahren.
Unseren
ersten Halt machten wir in Waterville im Westen der Halbinsel Iveragh und fuhren
dann weiter zu der Kirche des Städtchens, die auf einer Anhöhe liegt und einen
entsprechend schönen Ausblick bietet. Dort machten wir auch ein Picknick und
Armin Konrad bereitete für jeden von uns heiße Würstchen zu.
Weiter
ging die Fahrt durch den Killarney Nationalpark zu Ladies View, einem bekannten
Aussichtspunkt mit faszinierendem Blick auf den Upper Lake“ nach Killarney.
Der etwa 60 km² große Nationalpark grenzt an die Stadt Killarney und umfasst die
drei Seen Lough Leane, Muckross Lake und Upper Lake, die insgesamt eine Fläche
von 22 km² des Parks ausmachen. Man findet hier einen der ältesten noch
verbliebenen Eichenwälder Irlands. Neben den Eichen wachsen im Park ebenso üppig
Eiben, Moose, Flechten und Farne. Wie im ganzen Südwesten Irlands findet man
aufgrund des Einflusses des Golf-Stromes im National-Park auch zahlreiche Blühpflanzen,
wie sie sonst nur aus dem Mittelmeerraum bekannt sind, zum Beispiel die
strauchartigen Erdbeere-Bäume und groß-wachsende Rhododendron-Sträuche.
In
Killarney besuchten wir Muckross House. Das 1843 errichtete
Herrenhaus der Familie Herbert kann besichtigt werden und liegt in malerischer
Lage, umgeben von gepflegten Rasen, einem schönen Blumengarten sowie einem
Steingarten, am Ufer des Muckross Lake.
Besonders
beeindruckt waren wir von den vielen blühenden Rhododendron Sträuchern, einem
wahren Meer an Blüten, an denen man sich nicht satt sehen konnte. Im Park des
Muckross Hauses hatten wir viel Zeit zum spazieren gehen. Wer wollte, konnte
sich auch mit der Pferdekutsche zu einem Wasserfall bringen lassen.
Von
Killarney ging es am späten Nachmittag wieder zurück zu unserem Hotel in
Tralee, das wir am nächsten Tag (16.5.2005) in Richtung Süden verließen. In
vielen Serpentinen fuhren wir eine schmale Straße hinauf, die einen Höhenzug
auf der Halbinsel Beara überquerte. Als wie den Pass überquert hatten, bot
sich ein weiterer atemberaubender Blick auf die Bantry Bay. Am Fuße der
Passstraße und direkt an der Bantry Bay befindet sich der Ort Glengariff. Dort
parkte unser Bus und mit einem Boot ging es hinaus nach Garinish Island. Auf dem
Weg dorthin passierten wir kleine Inselchen, auf denen sich zahlreiche Seehunde
räkelten.
Die
kleine Insel Garinish Island liegt vor der irischen Küste bei Glengarriff in
der Bantry Bay. Die lediglich 15 Hektar große Insel beherbergt einen Garten von
seltener Schönheit. So bedeutet denn auch der irische Name des Eilands,
Ilnacullin oder Illanacullin „Insel der Stechpalmen“. Es wachsen jedoch bei
weitem nicht nur Stechpalmen auf Ilnacullin. Die Insel ist weltberühmt für
ihren botanischen Arten- reichtum, besonders schön zur Schau gestellt im
italienischen Garten mit seinen exotischen Pflanzen. Grund für die
paradiesischen Zustände sind die geschützte Lage der Insel und ihre Nähe zum
Golfstrom, dessen Auswirkungen vielen im Nordwesten Europas fremden Pflanzen das
Wachstum ermöglichen.
Auf
der Weiterfahrt von Glengariff kamen wir durch das Küstenstädtchen Bantry, wo
wir etwas mehr als eine Stunde in Bantry House, einem aristokratisches Anwesen mit hübschem Park verweilten. Dann
ging es weiter – vorbei an der zweitgrößten irischen Stadt Cork – nach
Waterford, der Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft. Unsere Nacht im Hotel
McEniff Ard Ri, welches auf einem Hügel auf der Waterford gegenüber gelegenen
Flussseite liegt war unsere letzte Station in Irland. Von unserem Zimmer 405
hatten wir einen großartigen Blick auf das Städtchen Waterford.
Da
wir unbedingt dir Vormittagsfähre nach Großbritannien bekommen mussten, hieß
es am nächsten Tag (17. Mai) früh aufstehen, frühstücken und abfahren. So
kamen wir auch rechtzeitig im Fährhafen von Rosselaire an, wo wir mit einer Fähre
der „Irish Ferries“ in ca. 3 ½ Stunden Fahrt über eine ruhige Irische See
nach Pembroke in Süd-Wales kamen.
Von
Pembroke aus fuhren wir vorbei an Swansee und Bridgend nach Cardiff, der
Hauptstadt von Wales. Wir hatten noch genügend Zeit, uns die Stadt anzuschauen,
da es bis zu unserem Hotel (Cardiff Moat House) nicht mehr weit war.
Diese
„Besichtigung“ von Cardiff war eigentlich nicht in unserem Programm
vorgesehen und auch die Reiseleiterin Eva Ersch war noch nie in der walisischen
Hauptstadt. So waren wir gespannt, was uns diese zu bieten hatte.
Cardiff
ist kein bekanntes touristisches Ziel. Woran das liegt, vermag ich auch nicht zu
sagen, vielleicht vermarktet sich die Stadt ein bisschen schlecht. Während
Nord-Wales von vielen Touristen besucht wird, sind diese im Süden des Landes
nur selten anzutreffen. Auch ist man auf Touristen nicht besonders eingestellt
und tut sich schwer mit der Freundlichkeit diesen gegenüber. Trotzdem gab es
einiges zu sehen, so zum Beispiel die Burg der Stadt, das Milleniums-Stadion und
eine Menge an Shopping Passagen. Auch Cardiff hat ein Hard-Rock Café (St. Mary
Street), das wir natürlich „traditionsgemäß“ auch aufsuchten.
Unsere
Übernachtung war – wie schon erwähnt – im Hotel „Cardiff Moat House“
am Stadtrand, wo wir Zimmer 202 bekamen.
Am
darauf folgenden 18. Mai begann dann die endgültige Heimreise nach
Deutschland. Von Cardiff aus ging es zunächst nach Bristol, wobei wir die 5,2
km lange Schrägseilbrücke über den Severn überquerten, die 1996 errichtet
wurde und Wales mit England verbindet. Gegen 13.00h kamen wir in Dover an und
mussten etwas mehr als eine Stunde warten, bis die Fähre der Gesellschaft
Seafrance ankam, die uns nach Calais in Frankreich bringen sollte.
Auch
diese Überfahrt verlief ruhig, Probleme allerdings gab es beim Anlegen, da die
Laderampe nicht ausgefahren werden konnte. So mussten wir noch ca. 1 Stunde auf
dem Schiff bleiben, bevor wir unsere Heimfahrt fortsetzen konnten.
Diese
führte uns wieder über Lille (in Frankreich) sowie Mons und Charleroi
(in Belgien) nach Spy, wo unser Fahrer Armin Konrad ausgetauscht wurde.
Nach Weiterfahrt über Namur (Belgien) und Luxemburg kamen wir gegen 23.00h
Ortszeit in Merzig an und wurden von dort aus mit dem Zubringerbus nach
Dillingen gebracht.
Eine
Fahrt mit unzähligen Höhepunkten war zu Ende gegangen. Die vielen Eindrücke
zu verarbeiten, fällt mir immer noch sehr schwer. Irland hat so viel zu bieten
und so viele unterschiedliche Landschaften, dass mit Sicherheit eine Reise wohl
nicht ausreicht. Wer weiß, vielleicht sieht man sich wieder....