Der
Odae - Nationalpark ( am 01. Februar 1975 zum Nationalpark erklärt ) liegt in
der Kangwon – Provinz und umfasst eine Fläche von 299 qkm.
Es gibt wunderbare und z.T. auch sehr anspruchsvolle Wanderwege, die
wunderschöne Aussichten versprechen . Im Winter ist der Nationalpark zudem als
ein gutes Skigebiet bekannt. Jährlich wird der Odae - Nationalpark von mehr als
800000 Touristen besucht.
Der
höchste Gipfel des Odae - Berges, ist der 1563 m hohe Pirobong – und gilt
gleichzeitig als das Zentrum des Taebaekgebirges. Der nächsthöhere Gipfel ist
der Horyõngbong (1562) gefolgt vom Sangwangbong (1493). Die Wanderwege zwischen
den Gipfeln erlauben es innerhalb von einer Stunde von einer Bergspitze zur nächsten
zu gehen. Seit der Shilla – Dynastie gilt der Odae-Berg unter den Buddhisten
als ein heiliger Ort und es ist kein Zufall, dass hier der Wolchong- und der
Sangwon – Tempel sowie ein Chokmyol-bokung – ein buddhistisches Gotteshaut
ohne Buddhafigur errichtet wurden.
Der Odae-Berg ist samt seiner Täler und Bäche eine wunderschöne Sehenswürdigkeit. Neben dem Wolchong-Tempel fließen der Wolchong- und Naerin-Bach, in denen die sogenannten Yolmok-Fische leben, die zum Naturdenkmal bestimmt wurden. Daher wurde diese Gegend zur Sonderzone für Fischschutz bestimmt. In dem 10 Kilometer langen Tal, vom Wolchong- und Sangwon-Tempel bis zum Chokmyol-bokung Gebäude, wachsen zahlreiche, etwa 500 Jahre alte Tannen, die lange Schatten über die Bergwege werfen.
Im
Geschichtsbuch Samkukyusa steht, dass es in der Shilla - Dynastie einen Mönch namens Chachang gab, der nach China gegangen war, um vor der
buddhistischen Gottheit Munsu zu
beten. Dem koreanischen Mönch wurden Reliquien Buddhas überlassen, die er im
Chokmyol-bokung Gebäude aufbewahrte. Man kann also vermuten, dass der Odae -
Berg
in Korea, den gleichnamigen Berg in China darstellen sollte. Der Odae - Berg ist
die Hauptstätte des buddhistischen Boddhisattva - Glaubens und daher ist das
Chokmyol-bokung Gebäude auf diesem Berg das wichtigste seiner Art. Am
Chokmyol-bokung Gebäude hat man rundherum einen guten Ausblick. Man kann die
Berge in der Ferne überblicken und den frischen Wind spüren, der ungehindert
vom Sorak - Gebirge hierher weht. Wenn man den Berg herunterschaut, dann fühlt
man sich, als würde man die alltäglichen Sorgen sofort loswerden können. Man
kann auch das Kumkang- und Sorak-Gebirge hinter dem Biro-Gipfel sehen, wenn auch
nur verschwommen. Das Chokmyol-bokung Gebäude befindet sich auf einem kleinen
Gelände, auf das nicht mehr als das Gebäude passen würde. Aber man empfindet
ein gewisses Gefühl der Endlosigkeit, das die ganze Welt in sich tragen könnte,
man spürt, dass man in einem reinen Wind steht.
Unter
dem Chokmyol-bokung Gebäude befinden sich der Wolchong- und Sangwon - Tempel. Den
Wolchong - Tempel kann man
erreichen, wenn man die Berglinien entlang in Richtung des Ostmeers läuft. Der
Sangwon - Tempel befindet sich etwa 9 Kilometer weiter in Richtung Nordosten.
Jeder Tempel hat seine eigene Geschichte. Aber nur wenige haben
eine so lange wie der Wolchong - und Sangwon - Tempel.
Der
buddhistische Glaube, der sich auf dem Odae-Berg entwickelt hatte, war der
direkte Anlass zur Errichtung des Chokmyol-bokung Gebäudes, durch das der
Glaube wiederum gefördert wurde. So hingebungsvoll wie man in China für Mönch
Chachang gesorgt hatte, bewahrte er auch die Reliquien Buddhas auf und begann für
lange Zeit für die Errichtung des Sangwon
- Tempels zu beten. Später meditierten hier die Prinzen Botschon und Hyomyong
der Shilla - Dynastie. Etwa 500 Schritte entfernt befindet sich das Hyomyong -
Tal, das nach Prinz Hyomyong benannt wurde, da dieser dort meditiert haben soll.
Etwa 100 Meter weiter unten befinden sich Pagoden, in denen die Reliquien von
großen Mönchen aufbewahrt werden. Dort meditierte der Prinz Botschon. Dieser
Ort wird heutzutage Chinyowon genannt.
Prinz Botschon der Shilla-Dynastie soll hier die grünen Blätter einer Lotusblume gesehen haben. Auf einer Höhe von 1500 Metern wachsen natürlich keine Lotusblumen. So beschrieb er wahrscheinlich die Form der fünf Gipfel, die zusammen einer Lotusblume ähneln. Prinz Hyomyong und Botschon waren Brüder, die auf dem Odae - Berg gemeinsam meditierten. Aber danach gingen sie völlig getrennte Wege. Prinz Hyomyong wurde später König Songdok der Große, wogegen Prinz Botschon auf dem Odae - Berg blieb. König Songdok der Große ließ später an der Stelle, an der sein Bruder meditiert hatte, den Sangwon - Tempel errichten. Vielleicht dank des frommen Glaubens dieses Geschwisterpaars, zählt der Sangwon - Tempel bis heute zu den größten Meditationsstätten Koreas.
Der Wolchongsa - Tempel

wurde
654 von einem Mönch erbaut und ist im Laufe der Jahrhunderte schon mehrmals dem
Feuer zum Opfer gefallen. Die letzten Renovierungsarbeiten fanden in den Jahren
1969 und 1996 statt. Seine Haupthalle umfasst eines der imposantesten Buddhagemälde,
interessante Steinstupas sowie einen knienden, lächelnden Bodhisattva aus der
Koryo - Zeit. Im Innenhof der Tempelanlage ist eine 9stufige Steinpagode, sie ist
Nationalschatz Nr. 48.
Der Sangwon - Tempel
Der Sangwon - Tempel ist etwas tiefer im Nationalpark
gelegen und musste auch viele Beschädigungen durch Feuer über sich ergehen
lassen. Der Sangwon - Tempel ist etwas jünger als der Wongsan - Tempel, seine
Erbauung begann im Jahre 662.
Wenn
vom Sangwon - Tempel die Rede ist, dann muss ein Mönch namens Han-am (* 1876 -
+ 1951) unbedingt
erwähnt werden. Zur
Zeit der japanischen Besetzung lebte hier ein Mönch namens Han-am. Er dachte
darüber nach, was er in den finsteren Zeiten für sein Land und für den
Buddhismus tun könnte. Er hinterließ
die Worte: "Ich werde lieber ein Kranich, der aus der Welt verschwindet und an den man sich nicht erinnert, als ein nachsprechender
Papagei, der den Frühling genießt". Danach zog er sich in den Sangam - Tempel zurück
und kam bis zu seinem Tod nicht wieder heraus. Bei der Gründung des buddhistischen
Choke-Ordens entschieden die Mönche aus dem ganzen Land, Mönch Han-am zum
Leiter zu bestimmen. Er war jemand, der die buddhistische Lehre kompromisslos
einhielt. Mönch Han-am ist es auch zu verdanken, dass der Sangwon - Tempel im
Korea-Krieg unzerstört blieb. Im
Korea-Krieg bekamen die südkoreanischen Soldaten den Befehl, den Sangwon -
Tempel niederzubrennen. Eine Truppe kam herbei, um den Tempel in Brand zu
setzen, da man befürchtete, er könnte als Stützpunkt der nordkoreanischen
Soldaten genutzt werden. Da sagte Mönch Han-am, die Pflicht der Soldaten sei
es, das Land zu schützen und die Pflicht der Mönche sei es, nach der Lehre
Buddhas die Tempel zu schützen. Er sagte, er würde den Tempel nicht verlassen,
man sollte den Tempel zusammen mit ihm verbrennen. Im Krieg würde er es sich
sowieso nicht leisten können, eingeäschert zu werden, so sollte man ihn mit
dem Tempel verbrennen. Das wäre dann eine Einäscherung, sagte er den Soldaten.
Weiter betonte er, dass Leben und Tod schließlich ein und dasselbe seien. Damit
überzeugte er die Soldaten, die nur die Türen abrissen und verbrannten, um
vorzutäuschen, sie hätten den Tempel verbrannt. So konnte der Sangwon - Tempel
erhalten bleiben.“
Bis
zum Tod wurde Mönch Han-ams Glaube nicht schwächer. Er starb im Sitzen während einer Meditation. In dem Archiv des Verteidigungsministeriums wird
das Foto aufbewahrt, auf dem man sehen kann, wie er sitzend ins ewige Leben eingegangen
war. Die Lehren von Mönch Han-am wurde später von Mönch Man-ha und
Tan-ho übernommen. So genießt der Sangwon - Tempel bis heute den Ruf als beste Meditationsstätte
Koreas.
Im
Sangwon - Tempel befindet sich die zweitgrößte Bronzeglocke Koreas (Nationalschatz Nr. 36)
und wurde im 24. Regentschaftsjahr ( um 725 n.Chr. ) des Shilla - Königs
Songdok angefertigt. Ihre Höhe beträgt 167 cm und ist die repräsentativste
Glocke der Shilla- und Koryo - Dynastie.
(die größte ist die Emille
Glocke in Kyõngju).
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