aus der gleichnamigen RKI - Sendereihe
| Januar |
Februar |
März |
April |
Mai |
Juni |
| Juli |
August |
September |
Oktober |
November |
Dezember |
| 01.09.1937 |
wird unter der japanischen Besatzung das Schulfach Koreanisch abgeschafft.
Die Koreaner wurden dazu gezwungen die japanische Sprache zu sprechen, die
Herausgabe von koreanischen Zeitungen und Zeitschriften wurde verboten und
auch die Forschung über die koreanische Geschichte wurde verboten.
Außerdem wurden die Koreaner dazu gezwungen ihre Namen in japanische Namen
zu ändern. |
| 04.09.1990 |
finden nach 40 Jahren der Teilung der koreanischen Halbinsel zum ersten Mal
Spitzengespräche zwischen Nord- und Südkorea statt. Nach mehrfachen
Vorbereitungsgesprächen seit Februar des vorhergehenden Jahres, trafen sich
der damalige südkoreanische Ministerpräsident Kang Jong-Hun und Nordkoreas
Ministerpräsident Jon Jon-Uk in Seoul und sprachen 7 Tage darüber wie
Möglichkeiten einer friedlichen Annäherung geschaffen werden können. Die
Hauptgespräche wurden bis Dezember des darauf folgenden Jahres insgesamt 5
mal abgehalten. Bei der ersten Runde hatte man von südkoreanischer Seite
ein Konzept für vielseitigen Austausch und Zusammenarbeit für die
Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen, für die Schaffung des
politischen sowie militärischen Vertrauens und für die schrittweise
Abrüstung beider Länder vorgeschlagen. Von nordkoreanischer Seite wurde
hingegen die Auflösung der politischen sowie militärischen Konfrontation
als primär zu lösendes Problem in den Vordergrund gestellt. Mit dieser
Haltung reichte Nordkorea ein Konzept zur Überwindung der politischen
Konfrontation sowie ein Konzept für die Überwindung des
militärischen Konflikts ein. Die erste Gesprächsrunde brachte keine
Vereinbarungen, da der Stand von Südkoreas - die Auflösung der
militärischen und politischen Konfrontation parallel zur Erweiterung
des Austausches und der Zusammenarbeit verlaufen zu lassen, dem Standpunkt
Nordkoreas gegenüberstand, erst das Problem der militärischen und
politischen Spannung zu beheben und auf dieser Basis einen Austausch
anzustreben. Bei der 5. Gesprächsrunde zeigten sich allerdings beide Seiten
kompromissbereiter. Man wich einen Schritt von seinem jeweiligem Standpunkt
ab und einigte sich auf ein Abkommen über innerkoreanische Aussöhnung,
Nichtangriffaustausch und Zusammenarbeit, das von beiden
Ministerpräsidenten unterzeichnet wurden. |
| 06.09.1950 |
treten die ersten weiblichen Soldaten in Aktion. An diesem Tag während des
Koreakrieges wird in Busan, der damaligen provisorischen Hauptstadt, die
freiwilligen Truppe von Soldatinnen gegründet. In der Geschichte des
koreanischen Militärs war dies der erste Auftritt weiblicher Soldaten. Die
Freiwilligentruppe wurde nach dem Koreakrieg aufgelöst und für die
Soldatinnen wurde innerhalb der Armee eine Abteilung für Soldatinnen
eingerichtet. 1955 entsteht dann ein Ausbildungslager, in dem weibliche
Soldaten bis heute professionell trainiert werden. |
| 07.09.1901 |
zum 50. Geburtstag von Kaiser Kojong wird zum ersten Mal die Hymne des
koreanischen Kaiserreichs gespielt, die vom deutschen Militärkapellmeister
Franz Eckert komponiert wurde. Diese Hymne ist so zu sagen die erste
koreanische Nationalhymne. Franz Eckert kam auf Einladung des kaiserlichen
Hofes nach Korea und hat seit seines Lebens dazu beigetragen die Musik des
Westens in Korea bekannt zu machen. |
| 07.09.1948 |
Nach der Unabhängigkeit Koreas wurde an diesem Tag dem Parlament ein
Strafgesetz für landesverräterische Handlungen durchgebracht. In den mehr
als 30 Jahren der japanischen Besatzung gab es viele Koreaner, die durch
Treue zu Japan und Verrat am eigenem Volk in hohe Positionen gekommen waren.
Pro japanische Koreaner deckten einen großen Anteil des Polizeipersonals
sowie der hohen Beamtenschaft. Für den Aufbau eines souveränen Staates war
es daher eine der dringendsten Aufgaben Personen zu bestrafen die im Dienste
der japanischen Besatzung gearbeitet hatten und so die Gesellschaft und
Politik von verbleibenden Spuren japanischer Kräfte zu säubern. Mit pro
japanischen Kräften waren nicht Personen gemeint, die die japanische
Besatzung hinnehmen mussten um sich über Wasser zu halten. In diese
Kategorie fielen eher Mitläufer, die als Koreaner eine führende Rolle bei
der Annexion Koreas gespielt hatten oder als höhere Polizeibeamte
Angehörige von Unabhängigkeitskämpfer gefoltert und umgebracht hatten.
Zur Befolgung des Strafgesetzes wurde ein Sonderausschuss gegen
landesverräterische Handlungen gegründet. Nationalbewusst geprägte
Parteien und Organisationen nahmen die Bestrafung und Vertreibung von
Mitläufern als wichtigsten Leitsatz in ihr Parteiprogramm auf. Trotz der
starken öffentlichen Meinung versuchten pro japanische Kräfte mit allen
Mitteln die Verabschiedung des Gesetzes zu verhindern. Abgeordnete, die sich
für die Verabschiedung des Gesetzes einsetzten, wurden als Werkzeug der
Kommunisten verleumdet. In der Tageszeitung Daehan-ilbo, die dem
Japanfreundlichen Yi Sue-Jun gehörte, wurden täglich Beiträge zu diesem
Gesetz veröffentlicht. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmten allerdings
dafür und so wurde dieses Gesetz am 7. September 1948 verabschiedet, bis
die Polizei im Juni 1949 das Büro des Ausschusses überfiel und dieses so
gut aufgelöst wurde, hatte der Sonderausschuss 682 dem Landesverrat
verdächtigte Personen untersucht, 408 Haftbefehle erlassen und 305 Personen
verhaftet. In der Tat wurde allerdings nur gegen 7 Personen eine richtige
Haftstrafe beschlossen. Auch diese Personen erhielten bis 1950 eine
Haftverkürzung oder wurden mittels Strafunterbrechung entlassen. Das
Strafgesetz bestand so nur dem Namen nach. Als Folge wurden die pro
japanischen Mitläufer durch dieses Gesetz amnestiert und konnten seit dem
in verschiedenen Bereichen seit dem an die Macht kommen. 1960, kurz bevor
die Revolution vom 19. April ausbrach, gab es unter den Ministern der
Regierung von Rhee Synmans keinen einzigen Unabhängigkeitskämpfer. 6 Minister waren ehemalige Gouverneure, Richter und Militärbeamte, die der japanischen Besatzungsregierung treu zur Seite gestanden hatten. Unter den 8 Mitglieder des Generalstabs der Armee gab es keine einzige Person, die für die Unabhängigkeit Koreas gekämpft hatte. |
| 11.09.1945 |
wird in Folge des Krieges die Eisenbahnstrecke zwischen Nord- und Südkorea
unterbrochen. Im Jahr 2000 wurde mit dem Wiederaufbau dieser Strecke
begonnen. |
| 15.09.1975 |
kommt die erste Delegation der in Japan lebenden Mitglieder der
nordkoreanischen Gemeinschaft nach Südkorea um zum Erntedankfest Chusok das
Grab der Familienangehörigen zu besuchen. 98% der pro nordkoreanisch
Gesinnten koreanischen Gemeinden in Japan haben ihre Heimat in Südkorea.
Wegen ihrer politischen Gesinnung war es den Angehörigen dieser Gemeinde 30
Jahre lang verboten die südkoreanische Heimat zu besuchen. Die Erlaubnis zu
einem Heimatbesuch bedeutete, dass die südkoreanische Regierung gegenüber
den Landleuten im Ausland toleranter geworden war, die wegen ihrer Gesinnung
für Nordkorea lange als Staatsfeinde betrachtet wurden. Die rund 1000
Besucher wurden auch von den Bürgern in Südkorea sehr herzlich empfangen
und es war eine sehr wertvolle Erfahrung des Homogenitätsgefühls. Die
meisten, die als Mitglied der Besuchsdelegation ausgewählt wurden, waren
allerdings solche, die ihre nordkoreanische Staatsangehörigkeit aufgegeben
und sich sozusagen bekehrt hatten. |
| 16.09.1988 | werden die olympischen Sommerspiele in Seoul eröffnet. |
| 17.09.1991 |
treten Nord- und Südkorea gemeinsam, aber jeweils unabhängig von einander,
den Vereinten Nationen bei. Die Regierungen beider Länder waren
ursprünglich mit unterschiedlichen Standpunkten zum Beitritt in die UNO
aufeinander gestoßen. Beide Länder hatten versucht alleine als einzige
stellvertretende Regierung der koreanischen Halbinsel der UNO beizutreten.
Der Süden mit der Behauptung dass Südkorea die einzige legitime Regierung
Koreas sei und der Norden war der Ansicht dass ein gemeinsamer Beitritt
zweier koreanischen Staaten die Teilung vertiefe. Die Ansichten Nordkoreas
fanden allerdings bei der internationalen Gemeinschaft keinen Anklang.
Mit diplomatischem Geschick brachte Südkorea auch Länder wie China, die
Nordkorea unterstützt hatten, auf seine Seite und da Nordkorea befürchtete
isoliert zu werden, stimmte es letztlich für den gemeinsamen Beitritt in
die UNO als zwei getrennte Staaten. |
| 21.09.1985 |
werden zum ersten Mal seit der Teilung Koreas Familien, die durch den
Koreakrieg und durch die Teilung des Landes getrennt wurden, wieder
zusammengeführt. Das Familientreffen fand gleichzeitig in Seoul und in
Pyongyang statt. Der Hintergrund für das Zustandekommen des historischen
Familientreffens war dass Nordkorea vorgeschlagen hatte Hilfsgüter für die
Opfer der Überschwemmung, die damals weite Teile Südkoreas getroffen
hatte, zu senden und Südkorea diesen Vorschlag angenommen hatte. Durch
diese gegenseitige Annäherung konnten die innerkoreanischen Gespräche
wieder eröffnet werden und so konnten auch Gespräche der Delegation des
Roten Kreuzes in Nord- und Südkorea nach 12 Jahren wieder zustande kommen.
Bei der 8. Hauptrunde der Rotkreuzgespräche, die vom 27. bis 30. Mai 1984
in Seoul stattfanden, wurde vereinbart dass kurz vor oder nach dem 40.
Jahrestag der Unabhängigkeit Koreas am 15. August ein Treffen getrennter
Familien zustande kommen sollte. Des weiteren einigte man sich auch auf den
Austausch von Kunstensembles. Das Treffen sollte in den Hauptstädten
Pyongyang und Seoul stattfinden. Die Besuchergruppen fuhren somit am
20. September 1985 über Panmunjon jeweils in den anderen Teil des Landes.
35 Personen aus Südkorea trafen ihre Familienangehörigen in Pyongyang und
in Seoul konnten 30 Teilnehmer aus Nordkorea ihre Angehörigen nach mehr als
30 Jahren der Trennung wiedersehen. Dieses erstes Treffen der getrennten
Familien, das aufgrund der offiziellen Vereinbarung von beiden Regierungen
zustande kommen konnte, hat eine historische Bedeutung. Es war des weiteren
eine wichtige Gelegenheit den Wunsch nach einer friedlichen
Wiedervereinigung zu bestärken. |
| 24.09.1985 |
an diesem Tag wurde in Korea der erste UIP- Direktvertriebsfilm aufgeführt.
UIP ist ein multinationaler Filmvertriebskonzern, der vor allem Filme der 4
größten US-amerikanischen Produktionsunternehmen durch eigenes
Vertriebsnetz in den jeweiligen Ländern auf den internationalen Filmmarkt
bringt. Schauspieler und Filmemacher in Korea hatten daher vehement dagegen
demonstriert dass der Vertrieb von ausländischen Filmen durch das
UIP-Direktnetz genehmigt wird. Denn dies bedeutete nach ihrer Ansicht, dass
koreanische Filme durch die Flut amerikanischen Blockbusterfilme ihren
Stellenwert verlieren, und als Folge dies das Ende der koreanischen
Filmindustrie ist. Es kam soweit dass eine Schlange in einem Seouler Kino
auftauchte und Kinos in Kangnam mit Molotow - Cocktails beworfen wurden. Das
Abkommen für UIP-Filme wurde dennoch abgeschlossen und heute kann man nicht
unbedingt sagen dass koreanische Filme, die sich aktuell einer großen
Beliebtheit erfreuen, nun in der Zuschaueranzahl dominieren anstatt darunter
stark gelitten hätten. |
| 27.09.1974 |
gründen Priester der katholischen Kirche die Priesterorganisation
"Für die Verwirklichung der Gerechtigkeit". Seit ihrem Bestehen
hat sich diese Organisation für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt.
Vor allem in den Jahren der Unterdrückung durch die Militärregierung, in
den 80er Jahren des sozialen Umbruchs als Demonstrationen auf der
Tagesordnung standen, äußerten sich gewissenhafte Priester dieser
Organisation zu damaligen Strafthemen wie Einstellung von Folterungen,
Freilassung von politischen Häftlingen und Abschaffung des
Staatssicherheitsgesetztes. Aktuell engagiert sich diese Organisation für
die Revision des SOFA - Abkommens und nimmt seit neuestem Stellung zu
Umweltfragen. |