aus der gleichnamigen RKI - Sendereihe
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| 01.04.1926 | wurde die Gyeongson Taeguk-Universität gegründet. Die Gyeongson
Taeguk-Universität wurde von der japanischen Besatzungsregierung
gegründet, als 4 Jahre zuvor etwa 100 Unabhängigkeitskämpfer den Plan
vorantrieben eine vom koreanischen Volk gegründete Hochschule zu
eröffnen. Die Gyeongson Taeguk-Universität war sozusagen das Mittel zur Liquidierung
des Versuchs der Koreaner ein eigenständiges Bildungsprogramm auf die
Beine zu stellen. Als erstes wurde die medizinische Fakultät
eingerichtet. Es folgten die juristische Abteilung und die Universität
wurde immer größer. Mit der Unabhängigkeit am 15. August 1945 wurde der
Name umgeändert in Gyeongson-Universität, seit 1946 bis heute heißt sie
Nationaluniversität Seoul. |
| 01.04.1895 | an diesem Tag wird Sojuchonmunjok von Yu
Kil-Chung herausgegeben. Yu Kil-Chung war Politiker und
Reformaktivist der Choson-Dynastie, der viele Länder bereist hatte.
Sojuchonmunjok, was so viel heißt wie "Aufzeichnungen über Reisen
und Erfahrungen in westlichen Ländern, wird quasi das erste Buch das den
Koreanern das westliche System, die westliche Kultur und Gesellschaft in
konkreter Darstellung bekannt machte. Man kann sagen, dass dieses Buch die
Augen der Koreaner für das Geschehen außerhalb Asiens erst richtig
geöffnet hat. In Sojuchonmunjok werden u.a. Recht und Freiheit, Religion,
System, Regierungsformen, Erziehung, Militär, Geschichte, Bräuche,
Sozialpolitik und Wissenschaft europäischer Länder vorgestellt.
Sojuchonmunjok war der geistiger Nährboden für die antifeudalistische
Reformbewegung aus dem Jahr 1894 zu Ende des Choson-Königreiches. |
| 05.04.1860 | ist der Gründungstag der Tonghak-Religion, die von Chae
Choe-U ins Leben gerufen wurde. Chae
Choe-U wurde 1824 in Wonsan
in der Nord-Kyongsan-Provinz geboren. Schon von klein auf soll er ein
philosophischer Denker gewesen sein. Als er 16 Jahre alt war, starb sein
Vater und durch dessen Tod reifte in ihm die Erkenntnis über die
Vergänglichkeit allen seins. Auf der Suche nach der unhintergehbaren
Wahrheit begann er mit 20 Jahren in verschiedenen Bergen und Tempeln des
Landes zu meditieren. Im Jahre 1860 vollendete er seine Lehren über die
Göttlichkeit des Menschen und gründete auf deren Grundlage die
Tonghak-Religion, übersetzt die "Religion des Ostens".
Die Tonghak-Religion sagt dass der Mensch Gott bereits mit seiner Geburt
in sich trägt. Die Würde des Menschen ist deshalb gleich die Würde
Gottes. Der Kern des Glaubens besteht daher in Gleichheit und Respekt der
Menschen. Der Mensch verdient deshalb genauso viel Achtung und Respekt wie
wir sie Gott entgegen bringen. Ziel der Tonghak-Religion ist es, ein
Paradies auf Erden zu schaffen, in allen Bereichen der Politik und
Gesellschaft. Für den Hintergrund der feudalen Unterdrückung gewann die
Tonghak-Religion landesweit immer mehr Anhänger, und als deren Einfluss
immer größer wurde, wurde Chae
Choe-U von Chosons Regierung im Jahre
1864 verhaftet mit dem Vorwurf das Land ins Chaos getrieben zu haben. Am
10. März 1864 wurde an ihm die Todesstrafe vollzogen. Das Gedankengut
lebt allerdings noch bis heute weiter und seine Form der Religion des
göttlichen Weges, auf koreanisch tongbugjo, die auf der Grundlage von
Tonghak 1905 gegründet wurde. |
| 07.04.1896 | wird die Unabhängigkeitszeitung herausgegeben. Die
Unabhängigkeitszeitung ist die erste koreanische Zeitung die von einem
privatem Verlag herausgegeben wurde. Die Unabhängigkeitszeitung stand
unter dem Zeichen des modernen Nationalismus, der Demokratie und dem
freien Geist der Moderne und propagierte als Organzeitung des
Unabhängigkeitsverbands die Aufklärung des koreanischen Volkes. 1899 wurde die Herausgabe mit der Auflösung des Unabhängigkeitsverbandes eingestellt. |
| 10.04.1900 | wird in Chongmyo, in Seoul die erste Straßenlaterne in Betrieb
genommen. Es war aber nicht das erste Mal dass eine elektrische Lampe nach
Korea kam. Die erste elektrische Lampe wurde von dem Deutschen
Möllendorff in den königlichen Palästen eingerichtet. Die Koreaner, die
damals noch nie etwas derartiges gesehen hatten, hielten sie für Kobolde
und Gespenster aus dem Westen und betrachteten die Lampen mit
argwöhnischen Blicken. Allmählich gewöhnten sie sich daran und so kam
es, dass auch die Straßen von Chongmyo im Jahre 1900 von elektrischen
Laternen beleuchtet wurden. |
| 11.04.1919 | wird in Shanghai die provisorische Regierung gegründet. Koreanische
Unabhängigkeitskämpfer aus aller Welt, die zu Ende des 1. Weltkrieges
von der nationalen Souveränitätsbewegung beeinflusst wurden,
versammelten sich in Shanghai und gründeten dort die provisorische
Regierung. Diese Institution war die Kristallisierung des Widerstands
gegen die japanische Besatzung, die in der Unabhängigkeitsbewegung vom 3.
März 1919 ihren Höhepunkt erreichte und unkritisierte Form des
ersten organisierten Widerstands gegen Japan. Das Parlament der
provisorischen Regierung wurde am 10. April unter Teilnahme von 29
Abgeordneten eröffnet. Bei der ersten Sitzung wurde beschlossen, dass der
Staat Daehan-Minguk heißen sollte und es wurde eine Verfassung
angenommen, die später nach der Unabhängigkeit Koreas die geistige
Grundlage für die kommenden südkoreanischen Regierungen bilden sollte.
Die Außenpolitik konzentrierte sich in ihrer Anfangsphase auf die USA und
zur Endzeit des 2. Weltkrieges auf China. In beiden Fällen war es das
Ziel der provisorischen Regierung die Aufmerksamkeit der Regierungen
weltweit auf die Situation Koreas und dessen Kampf für die
Unabhängigkeit zu lenken. In Paris erreichten Mitglieder der Regierung im
Jahre 1921 dass eine Resolution der Anerkennung der Unabhängigkeit Koreas
angenommen werden konnte. Schwere finanzielle Not machte allerdings deren
Aktivitäten zu einer Bestandsprobe. Von 1919 bis 1931 hatte die
provisorische Regierung mit der Unterdrückung durch Japan und dem
Desinteresse der Weltmächte zu kämpfen. Auch nach dem Umzug von Shanghai
nach Chinjin in der Endphase der japanischen Besatzung rückten die
Mitglieder in finanzielle Armut. Shin Ku, einer der führenden
Unabhängigkeitskämpfer berichtet in seinem berühmt gewordenen Tagebuch
dass die Mitglieder der provisorischen Regierung wie Bettler lebten, von
morgens bis abends überlegen mussten wie sie ihre Mahlzeiten erledigen
können. Dass die schwere Zeit der provisorischen Regierung, die wohl den
größten Teil zur Unabhängigkeit Koreas beigetragen hatte auch nach der
Unabhängigkeit nicht zu ende ging, ist die Ironie der Geschichte. In
Nordkorea wurde deren Legitimität von vorn herein nicht anerkannt. Die
südkoreanische Verfassung legt zwar fest dass die südkoreanische
Regierung auf der Shanghaier Regierung basiere, unter Wissenschaftlern
geht die Ansicht über deren effektive Legitimität in Südkorea aber weit
auseinander. |
| 13.04.1397 | wird das Tongdaemun - Stadttor errichtet. Tongdaemun ist wie das
berühmtere Namdaemun eines der 4 Stadttore, die Seoul abgrenzen und als
Hauptstadt vor fremden Eingriffen schützen sollten. Das Tongdaemun -
Stadttor ist Nationalschatz Nummer 1. In Folge der Hideyoshi-Invasion
brannte es ab und wurde im 1869 neu errichtet. |
| 18.04.1868 | misslingt der Versuch eines deutschen Händlers namens Ernst Oppert das
Grab von Namyan-Gun, dem Vater des Regenten Taehwan-gun der
Choson-Dynastie, zu plündern. Dieses Ereignis ist in die Geschichte
eingegangen als ein Ereignis das zur Verstärkung der Abschottungspolitik
von Taewan-gun geführt hat. Ernst Oppert galt ab ca. 1851 als Händler in
Shanghai. Um den Handel mit Korea das damals unter Taewan-gun keine
Fremden lassen wollte zu öffnen, war er mit dem Engländer Morrison im
Jahre 1866 zweimal an der Küste der Chongchon-Provinz eingelaufen. Beide
male wurde ihm verboten das Land zu betreten. Zwei Jahre später versuchte
er erneut nach Korea vorzudringen. Mit dem Vorwand sich an den Prüfungen
der Katholiken rächen zu wollen raubte er Waffen und versuchte das Grab
von Namyan-Gun zu plündern. Der Versuch misslang und Oppert flüchtete
außer Landes. Später schrieb Oppert ein Buch mit dem Titel "Ein
verschlossenes Land - Reise nach Korea" das zu den wichtigsten
Aufzeichnungen über Korea gehört, die im 19. Jahrhundert von einer
Person aus dem Westen geschrieben wurden. |
| 19.04.1960 | dieser Tag ist der Höhepunkt der studentischen Demonstrationen zur
Beendigung der 12jährigen Machtergreifung durch Präsident Rhee
Synman und seiner Freiheitspartei, die ihm zahlreiche politische
Skandale und Wahlfälschungen verwickelt war. Der Widerstand gegen die
Regierung brachte den Wendepunkt für den Einzug der zweiten Republik.
Seit dem Antritt der Zivilregierung wird dieses Datum "Revolution des
19. April" genannt. Die wesentlichen Ursachen, die zur Erhebung der
Massen gegen die damalige Regierung geführt hatten, waren die Machtgier
des Präsidenten Rhee
Synman und Korruptionen seiner Partei. Zum Aufstand führten allerdings Manipulationen der Regierung um die Präsidentschaftswahlen 1960 für sich zu gewinnen. Die gesamte Beamtenschaft wurde zur Wahlmanipulation mobilisiert, die u.a. durch Erpressung der Wähler, Austausch von Stimmkästen und Vertreiben von Wahlaufsehern der Opposition verlaufen sollte. Die Verschwörung kam ans Licht als ein überaus rechtschaffender Polizeibeamter eine Kopie mit den Instruktionen zur Wahlmanipulation an die oppositionelle demokratische Partei übergab. Zufälligerweise starb genau zu diesem Zeitpunkt Cho San-Ok, der Präsidentschaftskandidat der demokratischen Partei, der sich zu Verhandlungen in den USA aufgehalten hatte und Rhee Synman kam mit einer Mehrheit von 80% erneut an die Macht. Niemand glaubte an die Richtigkeit des Wahlergebnisses, und die Empörung der Bevölkerung sorgte für eine explosive Stimmung. Eine Versammlung von Studenten der Koryo-Universität vor dem Parlament brachte dann das Fass zur Explosion. Mit der Zeit gesellten sich immer mehr Studenten dazu, Seoul geriet in ein Chaos, die Regierung rief einen Notstandsbefehl aus und Panzer fuhren in die Stadt ein. 100 Demonstranten kamen ums Leben und 450 wurden schwer verletzt. Die Demonstration entwickelte sich zu einem Bevölkerungsaufstand zu dem sich auch Professoren anschlossen. Als die Situation nicht mehr zu kontrollieren war, beging der neue Vizepräsident Selbstmord und Rhee Synman flüchtete nach Hawaii. Die 12jährige Machtperiode der Freiheitspartei war damit auf dramatische Weise zu ende gegangen. |
| 20.04.1907 | begibt sich der Yi
Chung als geheimer Gesandter König Kojongs nach den Den Haag um dort
am 2. Weltfriedenskongress an die internationale Aufmerksamkeit zu
appellieren. Der Versuch am Friedenskongress in Den Haag teilzunehmen war
der letzte diplomatische Akt Koreas zur Erlangung der
Unabhängigkeit.
1905 zwang Japan Korea einen Vertrag zu unterschreiben, durch den die
koreanische Regierung alle diplomatischen Rechte genommen wurden. Alle
Abgesandten im Ausland wurden zurückgerufen und das japanische Generalgouvernement
übernahm die Staatsgewalt. |
| 20.04.1997 | flüchtet Hong Chong-Jop, ehemaliger Sekretär für internationale
Angelegenheiten der nordkoreanischen Arbeiterpartei nach Südkorea. Er
hatte sich zuvor 33 Tage lang auf den Phillippen aufgehalten. Bei seiner
Ankunft auf dem Seouler Flughafen sprach er über die politischen
Missstände in Nordkorea und betonte dass er gekommen sei um seinen Teil
dazu beizutragen einen weiteren Krieg zwischen beiden Ländern zu
verhindern. |
| 22.04.1906 |
wird in Korea das erste Radrennen veranstaltet. |
| 25.04.1978 |
wird in Korea die erste Radiosendung auf Mittelwelle ausgestrahlt. |
| 30.04.1887 | gründet der amerikanische Missionar Henry Appenzeller die
Chondung-Kirche, die erste methodistische Kirche in Korea. Wie Underwood
gehört Appenzeller zu den Missionaren, die zur Verwurzelung des
evangelischen Glaubens in Korea beigetragen und sich gleichzeitig auch
für die Bildung und soziale Entwicklung eingesetzt haben. |