Die Provinzen der koreanischen Halbinsel
Die größten
südkoreanischen Städte
Politische Parteien Korea
Wahlpraktiken in Korea
Das Blaue Haus, Amts- und Regierungssitz des koreanischen Präsidenten
Frauenministerium
in Korea
Korea umfasst eine Landfläche von
222.000
km2. Die koreanische Halbinsel ist in zwei Teile geteilt:
die Republik von Korea (Südkorea) mit der Hauptstadt Seoul, sowie die Volksrepublik
Korea (Nordkorea) mit der Hauptstadt Pyongyang. Das Verwaltungsgebietes
der Republik Korea beträgt 99.434 Quadratkilometer, oder 45% von ganz Korea. Südkorea ist etwas größer
als Portugal oder Ungarn und ein wenig kleiner als
Island.
Von den ersten Tagen der Choson-Dynastie (1392 - 1910) bis ins Jahr 1896 war Korea in acht Verwaltungsprovinzen (sogenannte "Do") aufgeteilt: Hamgyong-do, P'yongan-do, Hwanghae-do, Kyonggi-do, Kangwon-do, Ch'ungch'ong-do, Cholla-do und Kyongsang-do. 1896 wurden diese 8 Provinzen in 13 Provinzen neu eingeteilt. Von diesen 13 Provinzen befinden sich acht in Südkorea, die restlichen 5 in Nordkorea. Nach 1945 wurde die Insel Jejudo eine unabhängige Provinz. Pusan, Taegu, Inch'on, Kwangju und vor kurzem auch das städtische Gebiet von Taejon übernahmen einen Status, der denen der Provinzen gleichwertig sind und der Zentralregierung direkt unterstellt sind. Seoul, die Hauptstadt Südkoreas, steht verwaltungsrechtlich als einzigste Stadt über der einer Provinz. Somit besteht die Republik Korea aus einer Stadt mit einem Sonderstatus, fünf städtischen Bezirken und neun Provinzen. Diese neun Provinzen sind in 55 Städte (shi) sowie in 138 Landkreise (gun) gegliedert.
Die Provinzen und die dazu gehörigen Hauptstädte sind:
| Provinz und Einwohnerzahl der jeweiligen Provinz | Provinzhauptstadt |
| Kangwan ( 1.548.000 Einwohner) | Ch´unch´on |
| Kyonggi ( 8.514.000 Einwohner) | Suwon |
| Nord Ch´ungch´ong Provinz (1.521.000 Einwohner) | Ch´ongju |
| Süd Ch´ ungch´on Provinz (1.909.000 Einwohner) | Taejon |
| Süd Kyongsan Provinz (3.061.000 Einwohner) | Masan |
| Nord Kyongsan Provinz (2.806.000 Einwohner) | Taegu |
| Nord Cholla Provinz (2.006.000 Einwohner) | Chonju |
| Süd Cholla Provinz (2.166.000 Einwohner) | Kwangju |
| Jeju (528.000 Einwohner) | Jeju |
Seoul 10.289.000 Einwohner; Pusan 3.869.000 Einwohner; Taegu
2.490.000 Einwohner, Inch´on 2.470.000 Einwohner, Kwangju 1.334.000
Einwohner; Taejon 1.323.000 Einwohner und Ulsan 1.013.000
Einwohner
(Quelle: The Statesman´s Yearbook 2000)
Korea kann man
auch in sechs größere traditionelle Regionen aufteilen:
Kwanbuk im Osten und Kwanso im
Westen - Teile
von Nordkorea - ; Kiho, ungefähr das Gebiet der Provinz
Kyonggi-do und Teil der Provinz Ch'ungch'ong-do; Kwandong, ein Teil der Provinz
Kangwon-do, östlich des T'aebaek - Gebirges; Honam, das Gebiet, das ein Teil
der Provinz Ch'ungch'ong-do und die ganze Provinz
Cholla-do umfasst; und Yongnam, die Provinz Kyongsang-do.
Diese sechs traditionellen Regionen unterscheiden sich
durch geringfügige Veränderungen hinsichtlich des
Dialektes und Brauchtums.
Anmerkung: Chollanam-Do = Süd Cholla Provinz; Chollabuk-Do = Nord Cholla Provinz usw.
Nach der erfolgten Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft im Jahre 1945, während der die Koreaner keinerlei politische Rechte ausüben konnten, versuchte man ein modernes demokratisches Parteiensystem aufzubauen.
Mitte 1947
gab es etwa 40 politische Parteien aller Schattierungen und Größen.
Eine davon war die Südkoreanische Arbeiterpartei, die aus der vor
1945 existierenden Kommunistischen Partei Koreas hervorgegangen ist. Eine
weitere Partei war die Koreanische Demokratische Partei, die der Vorläufer
der späteren Demokratisches Korea Partei war. Diese in aller Eile
gegründeten Parteien waren kaum mehr als politische Clubs mit einer
geringen Anzahl von Mitgliedern aus der Region, der Verwandtschaft,
der Schule oder aus Freundschaftskreisen. Sie hatten keine klaren Parteiprogramme.
Es gab auch keine Organisation, die sie in ihrem Aufbau hätte unterstützen
können. Ein angemessener politischer Dialog fehlte ebenfalls.
Der Wendpunkt in der Entwicklung des Parteiensystems trat mit dem Erscheinen der Liberalen Partei von Rhee Syngman im Dezember 1951 ein. Als Rhee im Laufe der Zeit dazu überging, die Partei als ein Mittel auszunutzen, um zu persönlicher Macht zu gelangen, stimulierte dies die Bildung einer oppositionellen Partei, nämlich der Demokratischen Partei. Diese war eine Anhäufung von Politikern, dessen einziges Ziel es war, Rhees persönliche Herrschaft und die seiner Partei herauszufordern. Die unmittelbaren Jahre nach Rhee waren wiederum durch das Erscheinen zahlreicher neuer Parteien gekennzeichnet gewesen, unter denen sich auch die Splitterpartei von Chang Myon und die alte Garde von Yun Po-sun, der später die Neue Demokratische Partei organisierte, befand. Nach dem Militärputsch im Jahr 1961 wurden wegen Korruption und mangelnder Disziplin unter den einzelnen Parteien von der Militarjunta alle Parteien verboten.
Im Januar
1963 hob die Militärregierung das Parteienverbot wieder auf. Kim Jong-pil
und andere Führer der Militärregierung bildeten die Demokratisch-Republikanische-Partei
(Minjukonghwadang, DRP), die sich bei den allgemeinen Wahlen im gleichen
Jahr als siegreich erwies. Sie setzte sich aus pensionierten Offizieren,
früheren Bürokraten und Mitgliedern der Liberalen Partei zusammen.
Erneut begannen Parteien aus dem Boden zu schießen, unter ihnen die
Bürgerpartei (Minjungdang) und die wiederhergestellte Demokratische
Partei (Minjudang).
Im Januar
1964 taten sich diese rivalisierenden Oppositionsparteien zusammen, um
die Volkspartei (Kukminuidang) zu bilden. Yun Po-sun und seine Anhänger
trennten sich 1965 von ihr und gründeten die Neue Koreanische Partei
(Shinhandang). Im Februar 1967 bildeten diese beiden Parteien unter dem
Namen Neue Demokratische Partei (Shinmindang) eine vereinigte Oppositionspartei. Nach allen
allgemeinen Wahlen, die von 1967 bis 1978 stattfanden, blieb die Demokratisch-
Republikanische- Partei,
angeführt von Präsident Park Chung Hee, an der Regierung. Die
größte Oppositionspartei, die Neue Demokratische Partei, bezog
ihre Wählerschaft aus den städtischen Gebieten. Sie profitierte
besonders von der Protestabstimmung, die von vielen Intellektuellen und
Studenten gegen die Regierung durchgeführt wurden. Alle politischen
Parteien ließen sich durch verschiedene Interessengruppen, wie z.B.
die Presse, Geschäftskreise, Intellektuelle, Studenten und Arbeitsgemeinschaften
beeinflussen. Eine bedeutende
Rolle in der politischen Meinungsbildung spielte auch die Yujong-hoe (Politische
Bruderschaft für wiederbelebende Reformen), obgleich diese keine politische
Partei war. Sie wurde unter der Yushin-Verfassung durch die Nationalkonferenz
für Vereinigung gebildet, das waren im Grunde Wahlmänner, die
ein Drittel der Versammlung auf Empfehlung des Präsidenten hin wählten.
Von den in die Versammlung gewählten Männern wurde erwartet,
ihre Aufmerksamkeit auf nationale Angelegenheiten zu richten. Gewöhnlich
waren sie für die regierende Partei. Nach der
Ermordung von Präsident Park am 26. Oktober 1979 brachen die bis dahin
latenten sozialen Unruhen in Form von Streitigkeiten unter Arbeitern und
Studentendemonstrationen offen aus. Diese wurde durch die Präsidentenkampagne
der "drei Kims" - Kim Dae-jung und Kim Young Sam von der Neuen Demokratischen
Partei und Kim Jong-pil, der das Amt des Parteichefs der Demokratisch-
Republikanischen Partei von Park Chung Hee übernahm, noch zusätzlich
verschärft. Die Übergangsregierung konnte weder die bedrohliche
Lage der Wirtschaft abwenden noch effektive politische Reformen durchführen,
weil die eigentliche Macht in den Händen einer Gruppe von Offizieren
lag, die nach der Ermordung Parks die Regierungsgewalt an sich gerissen
hatten. Am 17. Mai
1980 wurde auf Befehl der militärischen Machthaber das Kriegsrecht,
das nach dem Attentat über Seoul verhängt worden war, über
das ganze Land ausgedehnt. Oppositionelle Politiker, ein- schließlich
Kim Dae-jung, wurden des Umsturzversuches und der Korruption wegen beschuldigt
und verhaftet. Daraufhin kam es in Kwangju zu heftigem Widerstand. Zehn
Tage lang war die Armee im Einsatz, um die blutigen Zusammenstöße
zu beenden. Die Folge war, dass Kim Dae-jung wegen Aufruhrs überführt
und vor Gericht gestellt wurde. Später wurde er zwar wieder auf freien
Fuß gesetzt, jedoch nicht begnadigt. Ende Mai
wurde als Verbindungsglied zu den das Kriegsrecht ausübenden Machthabern
und zur Unterstützung des Präsidenten das "Sonderkomitee für
nationale Sicherheitsmaßnahmen" gebildet. Angeführt von General
Chun Doo Hwan bereitete es die Bildung einer neuen Regierung vor. Die Verfassung
der zukünftigen Fünften Republik sah vor, die Wahlmänner
zu übernehmen. Jedoch sollte der Präsident nur noch einmalig
für eine siebenjährige Amtsperiode gewählt werden können. Alle politischen
Parteien waren abgeschafft und politische Aktivitäten verboten. Als
dann mit der Verkündung der neuen Verfassung politische Aktivitäten
wieder zugelassen wurden, traten bei den allgemeinen Wahlen am 25. März
1981 15 neue Parteien an, von denen drei genügend Sitze gewannen,
um Fraktionen bilden zu können: die Demokratische Gerechtigkeitspartei
(Minjujonguidang, DJP), ange- führt von Präsident Chun Doo Hwan;
die Demokratisches Korea Partei, DKP), die von Mitgliedern der Neuen Demokratischen
Partei gebildet wurde; und die Koreanische National Partei (Hangukkukmindang,
KNP), die sich aus Mitgliedern der ehemaligen Demokratisch-Republikanischen
Partei zusammensetzte. Bis zu den
allgemeinen Wahlen im Februar 1985 wagten die oppositionellen Parteien
kaum den Versuch, die regierende Partei herauszufordern. Das Verbot der
politischen Aktivität wurde für viele erst kurz vor den Wahlen
aufgehoben. Eine Reihe der vom Verbot betroffen gewesenen Politiker bildete
nun die Neue Koreanische Demokratische Partei (NKDP), die überraschend
67 Sitze für sich gewinnen konnte. Die DKP gewann 35 und die KNP 20
Sitze. Die NKDP erreichte sehr bald eine Stärke von 103 Sitzen. Mit
dem Weggang von 12 jüngeren Mitgliedern hatte sie dann nur noch 91
Sitze. Die NKDP,
die hinter den Kulissen von den immer noch unter dem politischen Bann stehenden
Kim Young Sam und Kim Dae-jung gesteuert wurde, plädierte mit erster
Priorität für direkte Präsidentschaftswahlen und verbündete
sich mit Regimekritikern und Studenten, um auf eine Revision der Verfassung
zu drängen. Während der folgenden zwei Jahre nahmen die einzelnen
Parteien ihre Standpunkte ein. Es herrschte Verwirrung. Die regierende
Partei machte zuerst einen Vorstoß in Richtung der Bildung einer
parlamentarischen Regierungsform und entschied sich dann, jede Diskussion
über die Revision der Verfassung auf die Zeit nach den Olympischen
Spielen 1988 in Seoul zu verschieben. Die Opposition bemühte sich
direkte Präsidentschaftswahlen durchzusetzen, um schließlich
zu einem Kompromiss zu gelangen, der der Demokratischen Wiedervereinigungs-
Partei (T'ongilminjudang, RDP), der Partei von Kim Young Sam und Kim Dae-jung
(denen immer noch keine Amnestie gewährt war, und die folglich nur
im Hintergrund agieren konnten) die Beteiligung an der Regierung ermöglichen
sollte. Enttäuschung und Besorgnis überfielen die Öffentlichkeit
als immer mehr Arbeiter aus der Mittelschicht in den Reihen der Studentendemonstrationen
auftraten. Zu Beginn des Jahres 1987 nahm die öffentliche Unzufriedenheit
mit der Enthüllung eines von der Polizei verheimlichten Foltermordes
eines Studenten weiter zu. Am 10. Juni
1987 wurde Roh Tae Woo von der DJP als Kandidat für den Präsidenten
aufgestellt. Am 29. desselben Monats durchbrach er den politischen toten
Punkt, indem er politische Reformen versprach, bei denen die Forderungen
der Opposition wie direkte Präsidentschaftswahlen, die Amnestie politischer
Gefangener, einschließlich Kim Dae-jung, und anderer Maßnahmen
zur Demokratisierung akzeptiert wurden. Roh sagte damals, dass er
zurücktreten wolle, falls seine Vorschläge abgelehnt werden
sollten. Daraufhin bekam er die Unterstützung von Präsident Chun,
der rasch das Präsidentschaftsamt der DJP auf Roh übertrug.
Die erforderliche
Revision der Verfassung zur Durchsetzung der Reformen der Deklaration vom
29. Juni wurde schnell von einem gemeinsamen Ausschuss der Oppositionen
ausgearbeitet. In einem nationalen Referendum wurde am 27. Oktober 1987
die Verfassung der Sechsten Republik gebilligt. Unterdessen nahmen die
Rivalitäten zwischen Kim Young Sam und Kim Dae-jung zu, was dazu führte,
dass Kim-Dae-jung die RDP verließ und die Partei für Frieden
und Demokratie gründete (P'yonghwa Minjudang, PPD). Die beiden "Kims"
und Roh zusammen mit Jong-pil von der Neuen Demokratisch-Republikanischen
Partei (Shinminju Konghwadang, NDRP) und anderen weniger bedeutenden Kandidaten
führten einen harten Wahlkampf um die Präsidentschaft. Am Ende
jedoch war die Aufspaltung der Opposition verbunden mit der allgemeinen
Befürwortung der Deklaration vom 29. Juni für den Wahlsieg Rohs. Diese Wahl war eine bedeutende
Wahl, weil sie den ersten verfassungsmäßigen Wechsel einer Regierung
in der Geschichte Koreas darstellte. Die Verhandlungen
über das Gesetz zur Wahl der Mitglieder der Nationalversammlung wurde
fortgesetzt, und nochmals stimmte die DJP den Forderungen der Opposition
zu, diesmal dafür, dass je ein Kandidat für einen Bezirk
aufgestellt werden sollte. Das endgültige Ergebnis der am 26. April
1988 stattfindenden Wahlen war überraschend, weil die regierende Partei
in der Nationalversammlung zum ersten Mal keine absolute Mehrheit mehr
hatte. Und weil die PPD von Kim Dae-jung die größte Oppositionspartei
wurde. Von den 299 Sitzen der 13. Nationalversammlung bekam die DJP 125,
die PPD 71, die RDP 60, die NDRP 35 und die Unabhängigen 8 Sitze.
Der Charakter der Nationalversammlung hatte sich geändert. Die Opposition
war nun mehr als in der Vergangenheit in der Lage, größeren
Einfluss auszuüben. Gleichzeitig war die regierende Partei gezwungen,
Kompromisse einzugehen oder Koalitionen zu bilden, um eine wirksame Politik
betreiben zu können. Diese Situation war jedoch nur von kurzer Dauer,
weil - wie im Januar 1990 bekannt gegeben wurde - sich die regierende DJP,
die RDP und die NDRP darauf geeinigt hatten, sich zu einer einzigen Partei,
der Demokratisch- Liberalen Partei (Minjadang, DLP) zusammenzuschließen.
Die neue regierende Partei würde somit mehr als zwei Drittel der Sitze
in der Nationalversammlung inne haben. Eine Reihe von Abgeordneten, die
gegen den Zusammenschluss der RDP von Kim Young Sam mit der regierenden
Partei waren, verließen die RDP und gründeten im Juni 1990 die
Demokratische Partei (Minjudang, DP) unter Lee Ki-taek. Im gleichen Jahr
wurde später eine weitere Minderheitenpartei, die progressive Volkspartei
(Minjungdang, PP) gegründet. Mit Anbruch
des Jahres 1991 waren die koreanischen Politiker zusehends damit beschäftigt,
sich für die Wahlen zur 14. Nationalversammlung, die für den
Beginn des Jahres 1992 geplant waren, vor- zubereiten. Im Bemühen
die Opposition zu stärken, wurde im April 1991 von der PPD unter Kim
Dae-jung die Neue Demokratische Union vereinnahmt. Seine Partei erhielt
wieder den Namen Neue Demokratische Partei (Shinmindang, NDP). Um die Opposition
weiter zu vereinen fusionierte im September 1991 die NDP mit der DP von
Lee Ki- taek und nannten sich selbst die Demokratische Partei (Minjudang,
DP). Je näher
die Wahlen rückten, um so mehr tauchten plötzlich nacheinander
andere kleinere Parteien auf. Im Februar 1992 wurde von Chung Ju-young,
dem Gründer von Koreas größtem Wirtschaftsunternehmen,
Hyundai, die Vereinigte Volkspartei (T'ongil Kungmindang, UPP) gegründet.
Noch im selben Monat rief Park Chan-jong die Neue Politische Reformpartei
(Shinjongdang, NPRP) ins Leben. Bei den
Wahlen der Kreisräte am 26. März und am 20. Juni 1991 erlangte
die DLP einen überwältigenden Wahlsieg. Sie musste jedoch
bei den bevorstehenden Wahlen zur 14. Nationalversammlung am 24. März
1992 wieder deutliche Verluste hinnehmen. Schließlich fehlte der
regierenden DLP nur ein Sitz für die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Um in der kommenden Legislaturperiode regieren zu können, ergänzte
sie ihre Fraktion mit sieben Unabhängigen. Die stärkste Oppositionspartei
wurde die DP mit 97 Sitzen. Die neue UPP gewann überraschend 31 Sitze.
Die Splitterparteien schnitten sehr schlecht ab. Die NPRP gewann nur einen
Sitz, nämlich den von ihrem Parteigründer. Die Volkspartei gewann
noch nicht einmal einen Sitz und löste sich auf. Die Wahl
des neuen Präsidenten war auf den 18. Dezember 1992 gelegt worden.
Die chancenreichsten Kandidaten waren Kim Young Sam, Kim Dae-jung, Chung
Ju-young und Park Chan-jong. Daneben gab es noch eine ganze Reihe von unbedeutenden
Kandidaten. Eindeutiger Sieger dieser Wahl war Kim Young Sam, auf den 42
Prozent aller Stimmen fielen. Für Kim Dae-jung stimmten nur 34 Prozent
und weit abgeschlagen kam Chung Ju-young auf nur 16 Prozent. Nach diesen
Wahlen zog sich Kim Dae-jung aus der Politik zurück und übertrug
das Amt des Parteichefs der Demokratischen Partei auf Lee Ki-taek. Auch
Chung Ju-young zog sich aus dem politischen Leben zurück, indem er
sowohl die UPP aufgab, dessen Gründer er war, als auch aus der Nationalversammlung
ausschied. Nachdem Chung die UPP verlassen hatte, folgten viele seiner
Parteimitglieder seinem Beispiel und verließen die Partei, so dass
diese gerade noch das Minimum der erforderlichen 20 Sitze für den
Verbleib in der Nationalversammlung aufbringen konnte.
Am 8. April
1993 wurde Lee Ki-taek zum Parteivorsitzenden der Demokratischen Partei
(DP) und am 19. März 1993 Kim Dong-gil als Nachfolger von Chung Ju-young
zum Parteivorsitzenden der UPP gewählt. Schließlich vereinten
sich am 8. Juli 1994 die UPP von Kim Dong-gil und die Neue Politische Reform
Partei (NPRP) von Park Chan-jong. Mit dem Beitritt einiger Abgeordneter
der NDP wurde die Partei am 31. Mai 1995 in Neue Demokratische Partei (Shinmindang,
NDP) umbenannt. Am 31. Mai
1995 trennte sich Kim Jong-pil von der Demokratisch- Liberalen Partei (DLP)
und gründete mit einigen Abgeordneten der NDP die Partei der Vereinten
Liberal-Demokraten (ULD). Kim Dae- jung trennte sich von der DP von Lee
Ki-taek und gründete die Partei "Nationalkongress für Neue Politik"
(NCFNP). Am 21. Dezember 1995 gründete Lee Ki-taek mit den beiden
stellvertretenden Parteivorsitzenden der DP Kim Won-gi und Chang Eul-byong
die Vereinigte Demokratische Partei (UDP). Am 7. Februar
1996 wurde die DLP von Kim Young Sam in Neue Koreanische Partei (NKP) umbenannt.
Das Endergebnis der Wahlen zur 15. Nationalversammlung am 11. April 1996
ergab, dass die NKP 139 Sitze, die NCFNP 70 Sitze, die ULD 50 Sitze,
die UDP 15 Sitze und die Unabhängigen 16 Sitze erzielten. Die NKP
gewann zwar die Wahlen zur Nationalversammlung, verpasste aber die
absolute Mehrheit. Obwohl die NCFNP von Kim Dae-jung die stärkste
Oppositionspartei wurde, erreichte sie weit weniger Sitze als man erwartet
hatte. Unmittelbar nach der Wahl wurden einige unabhängige Abgeordnete
und einige Abgeordnete der UDP in die NKP eingegliedert, so dass eine
Mehrheit von 151 Sitzen erreicht werden konnte.
Bei den Parlamentswahlen wird der Kandidat von freiwilligen- und bezahlten Helfern unterstützt. Einige Kandidaten finanzieren ihre Wahlkampagnen selber, andere haben Sponsoren. Die Höhe der Spendengelder ist mit umgerechnet rund 200.000 DM pro Privatperson und Jahr, bzw. rund 400.000 DM pro Körperschaft und Jahr festgelegt. Auch dürfen diese Spenden nicht vor 180 Tagen vor dem Wahltag eingehen. Der Kandidat darf keine Geschenke an die Wahlberechtigten verteilen. Nach dem Gesetz darf der Kandidat in seinem Wahlbezirk pro Wahlberechtigten etwa 800 - 900 Won aufwenden für seine Wahlkampagne, was etwa 1,80 DM entspricht. Damit kann man keine weiten Sprünge machen. Er darf auch nicht, wie es in Korea üblich ist, bei Hochzeiten oder Beerdigungen Geldgeschenke machen, ausgenommen im Rahmen seiner eigenen Verwandtschaft, aber auch hier ist die Summe auf 15.000 Won, als etwa 30 DM begrenzt. Bei Veranstaltungen darf er Parteimitglieder und Helfer zwar zum Essen einladen, das Essen darf jedoch einschließlich Getränke und Knabberei nicht den Wert von 8000 Won pro Person überschreiten, also etwa 16 DM pro Person. Das heißt aufgrund der negativen Erfahrungen der Vergangenheit ist der gesetzliche Rahmen des möglichen sehr streng gefasst und recht genau definiert. In den letzten Jahren hat es keine aufsehenserregenden Fälle von hochverschuldeten oder bankrottgegangen Kandidaten gegeben. Und natürlich wird der Kandidat selber einen solchen Tatbestand kaum an die große Glocke hängen. Bei den letzten Parlamentswahlen im April hat man die Wahlkampagnen der einzelnen Kandidaten streng überwacht. Eine ganze Reihe von Kandidaten wurden wegen Verstößen gegen die gesetzlichen Bestimmungen für Wahlkampagnen befragt und genau untersucht, darunter auch Wahlsieger. Mehrer Hundert wurden ermahnt. Die Untersuchen laufen noch, wenn tatsächlich Verstöße nachgewiesen werden können, muss der Abgeordnete sein Amt aufgeben.
( O-Ton aus der Hörerecke vom 24.06.2000)
hat eine lange Geschichte. Im Jahre 1104 lies König Sokjong hier eine königliche Villa bauen. 1395 wurde der umgebende Changdokkung, also der königliche Hauptpalast der Choson - Dynastie errichtet. Damit lag die ehemalige Villa im Hintergarten des Palastes. Dort wurden in dieser Zeit die Beamtenprüfungen abgehalten und Kampfsport geübt. Nach der Annexion Koreas durch Japan benutzen die japanischen Kolonialherren das Kyongbukkun - Gelände für ihre Regierung. 1939 lies Japan die Stelle des heutigen Blauen Hauses die offizielle Residenz und den Amtssitz des japanischen Gouverneurs bauen. Mit der Gründung der Republik Korea im Jahre 1948 benutze Präsident Syngman Rhee das Gebäude als Amtssitz und Residenz. Er nannte es Kyongmudae, ein ursprünglicher Name eines der wenigen noch alten Gebäude auf diesem Gelände.
Im Jahre 1960 nannte Präsident Yun Po-Sun das Gebäude in Chongmadae um. Dahinter stand nicht nur die Tatsache des blauen Daches, sondern auch die Parallelbildung und offensichtliche Assoziation zum amerikanischen "Weißen Haus". Die Präsidenten Park Chung-Hee, Choi Kyu-Hah und Chun Doo-Hwan benutzen dieses Gebäude ebenfalls als Residenz und Amtssitz. Unter der Regierung von Roh Tae-Woo wurde ein neues Amtsgebäude, eine neue Residenz und ein neues Pressezentrum gebaut. Die Residenz wurde 1990 fertiggestellt. Heutzutage besteht Chongmadae also aus dem Amtshauptgebäude, der offiziellen Residenz des Präsidenten, einem Gästehaus, dem Pressezentrum und weiteren Amtgebäuden. Unter dem Blauen Haus ist also kein Einzelgebäude zu verstehen, sondern vielmehr eine ganze Anlage. Das ganze umfasst ein Areal von etwa 25.300 m2. Die Stadtmauer und eventuelle Fluchtwege haben meines Wissens nichts mit der Lage des Blauen Hauses zu tun. Hier war vielmehr ausschlaggebend, dass es sich nach Meinung der Geomantiker um eine besonders glückverheißende Stelle handelt. Hinter der Residenz des Präsidenten hat man dann auch bei Bauarbeiten 1989 folgende Inschrift auf einer alten Steinmauer gefunden: "Der gesegnetste Platz auf Erden"
Im Norden der Anlage liegt nämlich der schützende Pokakberg, wird flankiert von den beiden Bergen Naksan, der den blauen Drachen symbolisiert und Ingmansan, der für den weißen Tiger steht - beides Symbole von Macht, Kraft und Weisheit. Südlich davon erstreckt sich schützend der Namsan - Berg und davor fließt der Han - Fluss.
( aus der Hörerecke von Radio Korea International vom 19.08.2000 )
Der langersehnte Wunsch der Frauenorganisationen, ein Frauenministerium einzurichten, ist in Erfüllung gegangen. Gestern ( 30.01.2001) wurde die erste Frauenministerin ernannt. Das Ministerium wird nun als Hauptquartier dienen, langfristig die Frauenpolitik zu planen, frauenrelevante Angelegenheiten in verschiedene Ministerien zu koordinieren und deren Durchführungsstand zu checken. Das Ministerium aus 102 Beamten wird zunächst die Aufgaben des Frauensonderausschusses übernehmen, auch die Angelegenheiten zur Vorbeugung zur sexuellen Gewalt, Gewalttaten innerhalb von Familien und Prostitution, sowie die Unterstützung zu sogenannten Trostfrauen während des 2. Weltkriegs gehören dazu.
Vor allem die Gleichberechtigungsabteilung des Ministeriums macht auf sich aufmerksam. Diese Abteilung wird die Arbeiten initiieren um weitverbreitete Praktiken der Ungleichberechtigung in der koreanischen Gesellschaft zu korrigieren. Es ist selbstverständlich, dass die hiesige Frauenorganisationen von der ersten Frauenministerin Han Myeong-sook besonders viel erwarten. Die 57jährige Han beschäftigt sich seit Anfang der 70Jahre mit der Frauenbewegung die damals noch in den Kinderschuhen steckte. Die langjährige außenparlamentarische Frauenaktivistin hat erst vor etwa 2 Jahren als Mitglied als Mitglied der jetzigen Regierungspartei die politische Bühne betreten. Han, die sich auf Frauenkunde spezialisiert hat, sagte "Ihr Interesse habe sich anfangs auf die Leute am Rande der Gesellschaft konzentriert. "Eines Tages fand sie sich als jemand wieder, der sich überwiegend mit Frauenangelegenheiten befasst hat", sagt sie und fügte hinzu: "dies beweise ohne weiteres den damaligen Stand der Frauen in der patriarchalischen koreanischen Gesellschaft, denn es gab so viele Frauen, die unter verschiedenen Praktiken der Ungleichberechtigung litten. Obwohl das Frauenministerium an verschiedenen Punkten unzureichend sei, möchte sie der Tatsache eine große Bedeutung beimessen, dass Frauenangelegenheiten im gleichen Rang der anderen Ministerien diskutiert werden könnten. Ihrer Ansicht nach ist die soziale Stellung der koreanischen Frauen noch miserabel, obwohl es im letzten Jahrzehnt große Fortschritte gegeben habe. Hinsichtlich des sich verbreitenden Interesses für die Gleichberechtigung gäbe es jedoch Hoffnung für die Zukunft", sagte sie.
Nun ein paar Zahlen, die die Tageszeitung Chunghwa, als Beweise für die Ungleichberechtigung in Korea vorstellt:
Nach Angaben des Statistikamtes liegt die gesamte Bevölkerungszahl Südkoreas bei 47,27 Millionen. 50,4% davon sind Männer. Die nichtausbalancierte Zahl zwischen Mann und Frau wird bei der Geburtenrate noch deutlicher. Die Geburtenrate zwischen Mädchen und Jungen im Jahr 1999 lag z.B. bei 100 zu 110. Männer werden also deutlich bevorzugt. Die nächste Zahl über die Beförderung soll die Ungleichberechtigung an Arbeitsplätzen zeigen:
An den Arbeitsplätzen mit über 10 Arbeiter haben nur 1,74% der weiblichen Angestellten einen Posten über dem Abteilungsleiter inne, während dies bei den Männern um mehr als das Zehnfache höher ist. Auch hinsichtlich des Lohnniveaus stehen die Frauen zurück. Im Jahre 1999 verdiente eine Arbeiterin im Schnitt 61,7% des Lohnes eines Mannes. Das zeigt, dass Frauen in gleichen Positionen trotzdem benachteiligt sind. Auch auf der politischen Bühne sieht es nicht anders aus. Nur 2 von insgesamt 17 Ministerien leiten Frauen, dies schließt das gestern eingeführte Frauenministerium ein.
Nach einem Bericht der Vereinten Nationen über die Gleichberechtigung liegt Südkorea weltweit an der 30. Stelle. Ob die Einführung des Frauenministeriums dies ändern wird, bleibt abzuwarten.
( aus der Sendung "Kreuz und quer durch Korea" von Radio Korea International vom 31.01.2001 )
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